Todesstrafe für Richard Schuh - die letzte Hinrichtung in Deutschland

Shownotes

Der Fall Richard Schuh beschließt eine Epoche und steht am Anfang einer neuen Republik. Während der Parlamentarische Rat in Bonn 1948/49 über das künftige Grundgesetz berät und darüber, wie die Todesstrafe verfassungsrechtlich in Deutschland zu behandeln sei, sitzt der Raubmörder Schuh in Tübingen ein und wartet auf die Vollstreckung seines Urteils: Tod durch das Fallbeil. Auf der einen Seite die Debatten über Menschenwürde und staatliche Macht, auf der anderen die letzte Hinrichtung unter geltendem Recht. Zwischen Nachkriegschaos, Justiztradition und politischem Neubeginn entsteht ein Fall, der bis heute Fragen offenlässt. Vielen Dank an Historikerin und Stadtarchivarin Vera Pelters, die für uns die Quellenlage im Stadtarchiv Tübingen aufbereitet.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Faszinierende Ereignisse, spektakuläre Momente.

00:00:04: Unerwartete Wendungen Jahrhundertgeschichten Stories die das wahre Leben schrieb.

00:00:13: Heute Todesstrafe für Richard Schuh Die letzte Hinrichtung in Deutschland.

00:00:20: Jahrhundert Geschichten Der True Life Podcast mit Armin Groh Bilder und sonniger Tagentübingen.

00:00:52: Im Innenhof des Gefängnisses wird gearbeitet, zwei drei Männer bauen ein Gerät auf, eigens aus Rassstadt herbeigeschafft.

00:01:03: Dunkles Holz Stahl Lederriemen Eine Art Tisch.

00:01:14: An einem Ende ragt ein Gestänge in die Höhe an der Seite ist eine Kurbel befestigt Mit der man eine scharfe Klinge an einem Seil nach oben ziehen kann.

00:01:30: Fast vierzig Kilo schwer ist dieses Messer!

00:01:36: Gegen achtzehn Uhr sind die Männer fertig, sie probieren die Giotine aus.

00:01:44: Oberstaatsanwalt Kraus weiß jetzt alles bereit für den nächsten Morgen.

00:02:00: Richard Schuh war ein verurteilter Mörder seine Strafe tot durch das Fallbeil.

00:02:07: Während er in Tübingen auf seine Hinrichtung wartet, wird in Bonn, newtonsinnhundertneunundvierzig heftig über die Todesstrafe von Amtswegen diskutiert.

00:02:18: Einensechzig Männer und vier Frauen beraten nämlich über das Grundgesetz – und wie die höchste aller Strafen verfassungsrechtlich zu behandeln sei!

00:02:29: Der Fall Richard Schuh zeigt sehr klar Wie eng strafrecht, nach Kriegsmentalität und Verfassungsgeschichte verbunden waren.

00:02:40: Und wie sehr etwaige Gnadengesuche von einzelnen Personen uns deren Sichtweise abhängig war.

00:02:48: Darf Schuhe auf Gnade hoffen?

00:02:52: Die junge Bundesrepublik ringt sehr um das Für-und Wieder der Todesstrafe.

00:02:57: Selbst als absehbar war das Artikel onehundertzwei die Todestrafe Abschaffen wird.

00:03:04: Und zwar wurde in Württemberg Hohenzollern nochmal über einen Mörder gerichtet.

00:03:10: Und da galt ja eigentlich noch das alte Gesetz mit der Todesstrafe.

00:03:14: und da hat sich das Gericht an diesem zwanzigsten Mai entschieden auf lebenslängliches Zuchthaus, mit der Begründung dass eben dieses Verfahren Gründung BRD Einführung des Grundgesetzes mit Abschaffung der Todestrafe kurz bevorsteht.

00:03:32: Da hatte sich dann die Staatsanwaltschaft von Württemberg Hohenzollern entschieden im Juni dagegen Revision einzulegen.

00:03:40: Die ist dann abgewiesen worden, also da hat man quasi gegen einen Urteil was vor dieser Gesetzesänderung getroffen wurde aber diese Gesetzesenderung entsprochen hat, dann quasi formal juristisch nochmal Revision einzulegen versucht mit der Begründung da wäre eben für Mord noch Todesstrafer zu urteilen gewesen.

00:03:59: Vera Pelters ist Historikerin und Archivarin des Tübinger Stadtarchivs.

00:04:05: Sie tröselt den Raubmord für uns auf.

00:04:17: Januar, der

00:04:19: XXVIII.,

00:04:21: war in Stuttgart und befindet sich auf dem Nachhauseweg nach Remingsheim.

00:04:27: Es wird schon bald dunkel!

00:04:30: Per Anhalter will Schuh nach Hause kommen.

00:04:33: Hans Eugen Roth?

00:04:35: Familienvater aus Böblingen fährt seine letzte Fuhre.

00:04:40: Er ist Kraftfahrer, angestellt bei den US- Streitkräften.

00:04:45: Rot fährt Arbeiter nach Hause die Hinten auf der Pritsche seines Lasters sitzen.

00:04:50: Die Wege kreuzen sich und rot nimmt den trampenden Schuh mit.

00:04:58: Richard Schuhe is da siebenundzwanzig Jahre alt.

00:05:02: Richard Schuh wurde am zwanzigsten Oktober, nineteenhundertzwanzig geboren.

00:05:08: Er war ein unehelicher Sohn einer Bauerstochter und kam im Dorf Remmingsheim zur Welt westlich von Tübingen.

00:05:17: Heute ist Remmungsheim ein Ortsteil der Gemeinde Neustätten.

00:05:21: Da kann man sich dann schon vorstellen dass das eine sehr enge Gesellschaft war wo eben uneheliche Kinder auch auf vielen.

00:05:29: Der Vater von Schuh wird nirgendwo erwähnt.

00:05:32: Er scheint eben bei der Familie seiner Mutter mit seiner Mutter gelebt zu haben auf diesem Bauernhof.

00:05:39: Damals ging man ja normalerweise so mit vierzehn Jahren von der Schule ab und nach, der Schule hat er eine Ausbildung gemacht zum Mechaniker.

00:05:47: Ob ihm dieser Arbeit Spaß gemacht hat, Freude bereitet hat ist nirgendwo belegt.

00:05:53: Was ich allerdings gefunden habe aus verschiedenen Quellen das er versucht hat innerhalb der Gesellschaft von diesem Dorf etwas darzustellen also er hat wohl sehr großen Wert auf eine schöne Kleidung gelegt.

00:06:07: Er war auch ein sehr geselliger junger Mann der sich häufig mit Freunden getroffen hat da dann auch spendabel war geschmissen hat in der Dorfkneipe, der auch in einer gewissen Weise so als Wortführer aufgetreten ist.

00:06:23: Aber er ist vor dem Krieg nie unangenehm aufgefallen, dass er gewalttätig gewesen wäre sich geprügelt hätte, Dinge zerstört hätte.

00:06:32: also sowas ist vor den Krieg über ihn nicht

00:06:34: dokumentiert.".

00:06:36: Nachdem Krieg allerdings ist Schuh ein Suchender.

00:06:40: Er sieht den Weg nicht, den er gehen könnte.

00:06:43: Weiß nicht so recht was das Leben bringen soll!

00:06:47: Den Lebensunterhalt zu bestreiten ist anstrengend.

00:06:51: Als Mechaniker will oder kann er nicht arbeiten?

00:06:55: Die Gelegenheit.

00:06:56: Jobs wie Lkw-Fahrer oder Busfahrer scheinen auch nicht dass seelische Gleichgewicht zu bringen.

00:07:03: Er hatte dann auch ein recht unstehtes Privatleben.

00:07:07: Also er hat innerhalb von zwei Jahren drei Frauen geschwängert, aber keine davon geheiratet.

00:07:13: Er blieb bis zuletzt ledig.

00:07:15: Zwei dieser Kinder sind auch auf die Welt gekommen und er muss verlobt gewesen sein.

00:07:20: also ich habe herausgefunden dass seine Verlobte im Frühjahr nineteen hundred forty-seven die Verlobung gelöst hat nachdem sie mitbekommen hat, dass er eben auch noch andere Verbindungen mit Frauen hatte und diese Kinder unterwegs waren.

00:07:35: Nach der Lösung dieser Verlobung muss er Remmingsheim für etwa ein Dreivierteljahr verlassen haben.

00:07:40: Er hat dann wohl erst versucht in Frankfurt am Flughafen eine Stelle zu bekommen.

00:07:45: Das hat aber nicht geklappt weil er keine Zuzugsgenehmigung hat.

00:07:49: das war ja diese Nachkriegszeit mit den unterschiedlichen Besatzungszonen Und da konnte man nicht so einfach von Remminsheim aus der französischen Besatzung nach Frankfurt in der amerikanischen Zone umziehen.

00:08:00: Man braucht für alles

00:08:01: Genehmigungen.".

00:08:02: Von Frankfurt hat er dann wohl versucht, in Oberitalien irgendwie Fuß zu fassen und eine Arbeit zu finden ist dort aber interniert worden und kam dann zu Beginn des Jahres nineteenhundert achtundvierzig zurück zur seiner Familie nach Remmingsheim wollte aber wohl nicht in Remmungsheim bleiben.

00:08:20: Er hatte sich dann nämlich in diesem Januar nineteenhundvierzig nach Stuttgart begeben Und Stuttgart war ja eben auch andere Besatzungszone.

00:08:30: Remmingsheim und auch Tübingen lagen damals in der französischen Besatzungszone, Stuttgard eben amerikanische Besatzumszone – er wollte sich aber dorthin orientieren!

00:08:40: Die Besatzunszonen spielen im Zusammenhang mit der Tat eine nicht unerhebliche Rolle.

00:08:47: Schuh ist also auf dem Nachhauseweg von Stuttgarth, wo er mal wieder Arbeit gesucht hat an diesem eighthundzwanzigsten erhebsten, achtundvierzig.

00:08:58: Er hat keine Passierscheine dabei um von einer zur anderen Besatzungszone zu switchen.

00:09:05: Hat aber interessanterweise seine Armee-Pistole dabei gehabt?

00:09:09: Warum auch immer?

00:09:10: das ist nicht dokumentiert!

00:09:12: Schuh will über den Checkpoint Hernberg zwischen der amerikanischen und französischen Zone.

00:09:19: Der Übergang bei Herrn Berg war kein offizieller Checkpoint, wie etwa ein militärisch oder polizeilich kontrollierter Grenzposten.

00:09:28: Sondern eher so einen Straßenkontrollpunkt an dem ein Fahrzeug mal angehalten wird – mal nicht!

00:09:37: Wir sagten ja dass Schupe-Anhalter unterwegs waren... Er steht oder läuft also am Straßenrand als Hansrot mit seinem Laster und den Arbeitern vorbeikommt.

00:09:51: Hans Roth fuhr eben als Kraftfahrer Daimler-Arbeiter von der amerikanischen Zone zurück in Orte im sogenannten Gäu, wo sie lebten.

00:10:00: Das war auch Jahrzehnte Nachkriegsende noch ganz üblich dass man mit offiziellen Buslinien dann später aus dem Gäuz zum Daimeler pendelte und offensichtlich hatte man das damals eben mit solchen Armeeprittchenwagen eingerichtet

00:10:17: dass der britischen Wagen-Niegelnagel neue Reifen hat.

00:10:21: Bei einem Dreiaxer hinten mit Zwillingsreifen macht das zehn Stück, die zu verkaufen!

00:10:29: Das lohnt sich auf dem Schwarzmarkt.

00:10:31: – Vera Pelters vom Stadtarchiv Tübingen.

00:10:34: Die beiden müssen länger miteinander gefahren sein.

00:10:37: Es müssen zuerst auf dem Lkw eben auch noch einige von diesen Arbeitern gewesen seien, die der Hans-Rot transportiert hat.

00:10:45: Das ist dann nämlich auch überliefert das man diese Arbeiter befragt hat und die ausgesagt haben es sei ein ihnen unbekannter Mann noch zugestiegen, der zwischendrin auch immer wieder seinen Reiseziel geändert hätte.

00:10:58: Und ich denke er hat gezielt abgewartet bis er alleine war mit diesem Hans Rohr Und zum Schluss hat er dann eben auch mit Hans Rot in dem Führerhaus gesessen.

00:11:08: Das war ja ein Pritschenwagen, das heißt der Großteil der Männer die da transportiert wurde saß auf einer Ladefläche und dann waren vorne noch zwei Plätze wo man mitsitzen konnte.

00:11:19: Er muss während dieser Fahrt irgendwann umgestiegen sein in dieses Fahrerhaus, wo er alleine war mit dem Hans Rot.

00:11:25: Die anderen Mitfahrenden konnten ihn sehr gut beschreiben was ihm hinterher mit zum Verhängnis wurde.

00:11:36: Alle Arbeiter sind abgesetzt.

00:11:40: Es ist quellentechnisch nicht ganz aufzuklären, wann und wie die tödlichen Schüsse fallen.

00:11:47: Ich bin davon ausgegangen dass Schuh nicht in voller Fahrt geschossen hat weil ja dann der Lkw außer Kontrolle gerät und einen Unfall baut bei dem Richard Schuh womöglich selbst verletzt wird.

00:12:01: Gut möglich also, dass Schuh als der letzte Arbeiter abgesetzt war von hinten umsteigt.

00:12:10: Zu rot ins Fahrerhaus klettert und die Fahrt erst mal weiter geht.

00:12:17: Fotos des Pritschenwagens zeigen das hinten eine Klappe den Aufbau abschließt.

00:12:24: so könnte es gewesen sein.

00:12:26: was ist wenn schu Absichtlich beim Umsteigen die Klappe offen lässt.

00:12:33: Die während der Fahrt klappert und gegen die Ladefläche schlägt, dann hält jeder Lkw-Fahrer auf der Welt nochmal an.

00:12:43: Schuh tut dann vergesslich Sorry steigt aus und schließt die Knappe.

00:12:49: Und da beim Wiedereinsteigen ins Fahrerhaus schießt er dreimal auf Rot.

00:13:00: Wie gesagt Meine ganz persönliche Rekonstruktion.

00:13:04: Gleich der erste Schuss war tödlich in den Kopf, ein zweiter trifft rot in den Rücken unterhalb der Schulter Der dritte verfehlt wohl das Ziel.

00:13:14: Das

00:13:14: Führerhaus von dem Lkw war auch ziemlich mit Blut besuttelt als man ihn dann gefunden

00:13:22: hat.

00:13:22: Den Toten lässt Schuh im Straßengraben zurück und fährt allein weiter.

00:13:29: Er passiert bei Herrn Berg den Straßenkontrollpunkt.

00:13:32: Riesen Glück, er wird durchgewunken!

00:13:36: Schon da hätte man das Blut die Pistole oder die fehlenden Passierscheine bemerken können.

00:13:42: Schuh fährt nach Reutlingen Französische Besatzungszone und holt zwei Freunde ab.

00:13:50: Die drei fahren in einen Wald bei Tübingen.

00:13:55: Und zwar gibt es einen Ohrenzeugen, der hat gehört dass der Lkw morgens um vier hier den Hügel hochgefahren ist in den Wald hinter dem Bismarck-Turm.

00:14:05: Dort haben die drei den LkW aufgebockt und die Reifen abmontiert und abtransportiert.

00:14:11: Am nächsten Morgen hat dann der Revierförster den aufgebockten Lkwe gefunden.

00:14:15: Die Polizei hat dann eben im Fahrerhaus von dem Lkw die Spuren gefunden, die Blutspuren gefunden und auch die beiden Hülsen und die Patrone vom Schuss der nicht getroffen hat.

00:14:27: Und es kam dann auch relativ zügig aus Stuttgart eben die Meldung von der Leiche kurz vor Herrenberg.

00:14:34: Es war beide Polizeidienststellen dann relativ schnell klar dass diese beiden Fälle zusammenhängen weil man über das Nummernschild den Lkw in die amerikanische Zone verorten konnte und da dann eben die Verbindung zu der Leiche hergestellt hat.

00:14:49: Der Weil will Schuh jetzt die Reifen auf dem Schwarzmarkt verkaufen, damals kurz nach dem Krieg.

00:14:55: eine nicht unerhebliche Einkommensquelle.

00:14:59: wenn man die allgemeine schwarzmarktlogik der Zeit zugrunde legt Liegen zehn Reifen wahrscheinlich im Bereich von paar hundert bis wenigen tausend Reichsmark, grob geschätzt.

00:15:13: Reifen waren heiß begehrt.

00:15:17: Mehreren potentiellen Kunden hat Schu die Reifen angeboten.

00:15:21: Der letzte Kunde erkennt ihn.

00:15:25: Es gab nämlich einen Verhandlungsaufruf der Polizei.

00:15:28: Schwere Bluttat stand drauf Zudem die Personenbeschreibungen der Arbeiter.

00:15:35: Der Fall erregte Aufsehen im tübinger Raum, zwei drei Tage nach der Tat wird Richard Schuh festgenommen.

00:15:44: Es war ja eben auch ein sehr dramatische Tat.

00:15:47: Die Mutter von Richard Schu hat sich zum Beispiel zwei Wochen nach der Tatauskummer über das Ganze im Neckar ertrennt.

00:15:54: Also das hat auch eine persönliche dramatische Komponente.

00:15:57: dann noch für die Familie.

00:15:59: Das kann eigentlich nur relativ spontan gewesen sein, weil man natürlich nicht damit rechnen kann dass man in einen Lkw mit solchen neuen Reifen einsteigt.

00:16:09: Andererseits muss man schon sagen er hatte diese Pistole dabei.

00:16:12: wenn er damit erwischt worden wäre hätte er sich natürlich ein Vielfaches an Ärger eingehandelt wie wenn der nur ohne Passierschein unterwegs gewesen wäre.

00:16:21: wirklich geplant war es eben nicht.

00:16:23: Also ich denke unter der Last der Beweise eben auch mit diesen detaillierten Beschreibungen, dem Versuch mit dem Reifenverkauf blieb ihm gar nichts anderes übrig als zu gestehen.

00:16:34: Aber zunächst hat er keine Reue gezeigt über den Mord.

00:16:38: Ein Mord, der viele Fragen aufwirft!

00:16:41: Was ist nach dem Krieg mit Schub passiert?

00:16:45: Vor dem Krieг ist er nie polizeilich aufgefallen.

00:16:48: danach steigt er gleich mit Mord ein.

00:16:52: Warum hat er die Pistole dabei?

00:16:54: Warum keine Passierscheine, wenn ich schon eine Pistola dabei habe.

00:16:59: Warum so eine spontane

00:17:01: Tat?!

00:17:01: Okay!

00:17:02: Die neuen Reifen sind verlockend aber damit davon zu kommen ist doch reines Glücksspiel.

00:17:08: Wenn mich ein Handvoll Menschen als Täter beschreiben können bin ich doch gleich verdächtig.

00:17:15: Nur zwei Verhandlungstage hatte das Tübinger Landgericht angesetzt.

00:17:20: Der Fall schien klar zu sein, und viele wollten dabei sein im Hörsaal Acht der Universität.

00:17:28: Picke-Packe voll war der Saal!

00:17:31: Am vierzehnten Mai'achtundvierzig fällt das Urteil.

00:17:35: Höchststrafe tot durch das Fallbeil Giotine wegen Mordes in Tat einheit mit schwerem Raub.

00:17:44: Wer rappelters, wie sah denn damals die juristische Grundlage aus?

00:17:49: Es galt damals ja noch das alte Strafgesetzbuch aus der Weimarer Republik und da stand eben für Mord.

00:17:58: Todesstrafe.

00:17:59: Die Alliierten hatten nineteenhundertfünfundvierzig auch angeordnet, dass für die Straftaten, die vor neunzehnhundertdreißig mit Todesstrafe geahndet wurden, zur Besatzungszeit die Todes Strafe verhängt werden sollte.

00:18:15: also ursprünglich galt als Mord das ein Mensch vorsetzt sich einen anderen Menschen töten muss und dass sie Ausführung der Tötung mit Überlegung geschehen soll.

00:18:27: hat man diese Definition noch mal erweitert.

00:18:30: Da kamen dann so Sachen wie Tötung aus Mordlust, Habgier, Heimtücke, Grausamkeit dazu.

00:18:38: Gleichzeitig hatte man in den Jahren die Möglichkeit eingeführt, dass Morden nicht mehr grundsätzlich mit der Todesstrafe geahndet werden soll, sondern unter bestimmten Bedingungen auch lebenslanges Zuchthaus geurteilt werden könnte.

00:18:52: Grundsätzlich galt eben das für Mord die Todesstrafe verhängt werden sollte damals.

00:18:57: In der Weimarer Republik war die Todesstrafe umstritten, rechtlich vorgesehen ja angewendet allerdings eher selten belegen Zahlen von nineteen hundert neunzehn bis dreieinunddreißig wurden eintausend einhundert und vierzig Todesurteile verhänkt.

00:19:17: Einhundert vierund achtzig tatsächlich vollstreckt.

00:19:21: unter den Nazis steigen die Zahlen rapide.

00:19:25: Klar, nach dem Krieg galt größtenteils das alte Recht.

00:19:29: Auch wenn die Alliierten die Justiz neu aufgebaut haben.

00:19:33: Stichwort Entnazifizierung was eher aufs Personal abzielt nicht aber auf Paragrafen In der Bevölkerung.

00:19:42: danach Kriegsjahre war die Zustimmung breit.

00:19:48: In der Urteilsbegründung im Schufall heißt es, in ein geordnetes bürgerliches Leben einzugewöhnen.

00:20:12: Zum einen hat sich für ihn negativ ausgewirkt, dass er zuerst keine Reue zeigt.

00:20:17: also man hat ihm eben Gefühlskälte im Angesicht der grausamen Tat attestiert.

00:20:23: Die Richter sagten dann auch, der lange Kriegsdienst habe ihn mehr zu Gewalt und Unrecht erzogen als zur Ordnung und Moral.

00:20:30: Interessanterweise hat man da aber schon zugestanden dass sehr vielen Menschen in dieser Zeit so gegangen ist.

00:20:38: Richard Schuh legt noch am gleichen Tag Revision ein.

00:20:43: Zu der Zeit saß CDU-Mitbegründer Lorenz Bock im Staatspräsidentensessel des Landes Württemberg Hohenzollern, ein Vorläufer von Baden-Württembergh heute.

00:20:56: Bock war gegen die Todesstrafe und während die Schurevision lief wandelte Bock auch zwei Todesurteile in Zuchthausstrafen um.

00:21:07: SPD-Mann Carlo Schmiedt war Justizminister des Landes – auch er!

00:21:13: Ein entschiedener Gegner der Todesstrafe.

00:21:17: Schu hofft, dass seine Strafe umgewandelt wird.

00:21:22: Aber Justizia sagt nein!

00:21:26: Im Juli-Achtundvierzig wird die Revision abgewiesen.

00:21:31: Historikerin Pelters

00:21:33: Nach dieser Abweisung der Revision Und blieb nur noch ein Gnadengesuch eben bei Bock diesem Staatspräsidenten und diesen Weg ist Schuh dann gegangen.

00:21:43: Im Zuge von solchen Gnadengesuchen holt man Stellungnahmen ein, drei Tanten von ihm haben sich dann ganz vehement für ihn ausgesprochen.

00:21:52: Sie haben darauf hingewiesen dass er doch Reue entwickelt hat und dass er eben noch so jung sei und das letztendlich diese schwierigen Nachkriegsverhältnisse und der lange Kriegseinsatz das Ganze befördert haben dass letztendlich auch eigentlich nur Gott überleben und Tod urteilen könne.

00:22:10: Auch der Fahrer von Remmingsheim, der hat das Ganze dann ebenfalls noch mal unterstützt.

00:22:17: Auch er hat eben darauf hingewiesen, dass Schuh eigentlich noch ein sehr junger Mensch sei, ein recht unreifer Mensch sei... Hat sich eben für die Begnadigung ausgesprochen.

00:22:29: Interessant fand ich jetzt noch, dass sich auch die Landesstrafanstalt Rottenburg positiv zu einer Begnadigung geäußert hat.

00:22:37: Also Schuh hat nach der Verurteilung in Rottenburg in der Landesstrafeinstall eingesessen und auch dort hat man ihm attestiert.

00:22:45: das dieser Panzer von Kaltherzigkeit und Selbstsucht hat man geschrieben, dass er durchstoßen worden sei.

00:22:51: Man meinte eine lange Zuchthausstrafe könne doch einen anständigen Menschen aus dem machen.

00:22:56: Das Blatt wandelt sich für Schuh, Staatspräsident und Gegner der Todesstrafe.

00:23:03: Lorenz Bock stirbt.

00:23:06: Plötzlicher Herztod!

00:23:08: Und wird durch Gebhard Müller ersetzt.

00:23:12: Müller befürworter der Todestrafe.

00:23:16: Kurz danach ab September XLVIII tagte in Bonde parlamentarische Rat in dem Carlos Schmied eine tragende Rolle spielte.

00:23:26: Der parlamentarische Rat war die verfassungsgebende Versammlung der westdeutschen Länder nach dem Zweiten Weltkrieg, der Rat erarbeitete das Grundgesetz.

00:23:38: Im Oktober XLIV wird das Gnadengesuch von Schuh im Landtag von Württemberg-Hohenzollern behandelt.

00:23:45: Bei dieser Sitzung war Carlos Schmied nicht anwesend, weil er eben in Bonn bei den Sitzungen vom Parlamentarischen Rat war.

00:23:52: Er hat sich dort auch massivst dafür eingesetzt dass im Grundgesetz die Todesstrafe abgeschafft wird.

00:23:58: Konnte sich also nicht dafür einsetzen das man Schuh doch begnadigen sollte und Müller hat dann das Gnadengesuch abgelehnt.

00:24:05: Davon erfährt aber Richard Schuh vier Monate lang nichts!

00:24:11: Das Urteil sei zu vollstrecken so Müller der spätere Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

00:24:19: Wir sprechen von einem verurteilten Mörder, aber der Zufall und politische Hintergründe führen dazu, dass dieses Urteil das letzte vollstreckte Todesurteil in Westdeutschland ist.

00:24:34: Da gibt es einen Gegner der Todesstrafe, der Gnade walten lassen könnte – der stirbt aber!

00:24:41: Und wird durch einen Heartliner ersetzt.

00:24:44: Der Justizminister von Württemberg-Hohenzollern Carlo Schmied setzt sich in Bonn für die Abschaffung der Todesstrafe ein, kann deswegen das Gnadengesuch von Richard Schuh in der Landtagssitzung nicht unterstützen.

00:24:58: Es wird abgelehnt und davon erfährt Schuhe erst mal gar nichts – Vera Pelters

00:25:06: Gründe dafür habe ich keine gefunden.

00:25:08: Ich weiß nicht, ob das vielleicht gängige Praxis war aber aus heutiger Zeit ist es schon befremdlich denn Richard Schuh ist bis zum Tag vor der Hinrichtung davon ausgegangen, dass sein Gnadengesuch noch läuft und er hat auch bis zuletzt auf eine positiven Entscheid seines Gnadengesuchs gehofft.

00:25:27: Also ich kann ja diese Tage mal ein bisschen schildern!

00:25:30: Der Oberstaatsanwalt Richard Krauss, der hat das ab am fünftzehnten Februar nineteenhundertneunundvierzig ganz minutiös und akribisch geplant.

00:25:39: Er hat an diesem fünften Februar nämlich den Leiter der Landesstrafanstalt Rottenburg angewiesen, das Richard Schube bis spätestens siebzehnten Februar nach Tübingen ins Landgerichtsgefängnis verlegt werden muss, dass der Grund für die Verlegung aber gegenüber Richard

00:25:56: Schuh

00:25:56: streng geheimgehalten werden soll.

00:25:59: Also man hat ihn verlegt und er wusste überhaupt nicht warum.

00:26:02: Am gleichen Tag also an diesem fünften Februar hat der Oberstaatsanwalt Auch den Rechtsanwalt von Richard Schuh, diesen Dr.

00:26:10: Keller hier aus Tübingen informiert dass das Gnadengesuch abgelehnt wurde.

00:26:15: Es muss man sich mal vor Augen führen Das ist vier Monate her an diesem Tag Dass das Kabinett beschlossen hat das Gnadengesuch abzulehnen Und erst da wird der Rechtsbeistand informiert.

00:26:26: Es ist schon Herb.

00:26:27: Der Verteidiger von Richard Schuh, dieser Dr.

00:26:30: Keller hat am fünften Februar erfahren das Schuh erst am siebzehnten Februar informiert wird dass das Gnadengesuch abgelehnt ist und dass er am Tag darauf hingerichtet wird und zwar um fünfzehn Uhr nachmittags.

00:26:44: also er hatte dann nicht mal mehr vierundzwanzig Stunden Zeit bis zu seiner Hinrichtung Und Schuh ist dann auch weisungsgemäß am siebzehnten Februar von Rottenburg nach Tübingen überführt worden.

00:26:56: Um fünfzehn Uhr hat man ihm dann auch mitgeteilt, dass das Gnadengesuch abgelehnt wurde und er am kommenden Morgen um sechs Uhr hingerichtet wird.

00:27:06: Richard Schuh reagiert erschrocken.

00:27:09: Er faltet seine Hände und Wein still in sich hinein.

00:27:13: Er will im Grab seiner Mutter beigesetzt werden, was ihm aber der theologische Beistand ausredet.

00:27:20: Zu belastend für die Familie!

00:27:23: Ohnehin werden Leichnahme von hingerichteten Straftätern der Forschung überlassen – Was auch Oberstaatsanwalt Kraus veranlasst.

00:27:33: Auch davon erfährt Schuh nichts.

00:27:38: In Tübingen braucht man jetzt eine Giotine Die kommt aus Rassstadt.

00:27:44: Am siebzehnten Februar, forty-neinundvierzig reist Scharfrichter Wilhelm Burghardt an und baut mit Gehilfen auf.

00:27:54: Der Schafrichter Wilhelm Burkhardt kam aus einer Familie, die eine sehr lange Tradition in diesem Beruf hatte.

00:28:01: Man kann das zurückverfolgen bis ins siebzehnte Jahrhundert und der Oberstaatsanwalt hat auch an diesem sevente Februar dann noch den Oberbürgermeister von Tübingen informiert.

00:28:11: also es ist ja auch wichtig Der Oberbürgermeister Wolfgang Mühlberger hat am siebzehnten Februar einen streng geheimen Eilbrief vom Oberstaatsanwalt erhalten, in dem er eben informiert wird, dass am nächsten Tag um sechs Uhr im Hof des Landgerichtsgefängnisses die Hinrichtung vollzogen wird.

00:28:31: Und Mühlberg musste zwölf Personen aus dem Gemeinderat oder aus anderen achtbaren Familien der Stadtgemeinde als unabhängige Zeugen gewinnen?

00:28:42: die dieser Hinrichtung beiwohnten.

00:28:44: Deshalb gab es innerhalb vom Gemeinderat an diesem siebzehnten Februar dann auch noch eine Eilumfrage in schriftlicher Form, wer teilnimmt als Zeugen?

00:28:55: und die Liste dieser Personen liegt auch im Stadtarchiv, die ist bei uns dokumentiert.

00:29:01: Sie sollten dann auch noch angemessene Kleidung tragen, das war mit schwarzer Anzug und hohem Hut bezeichnet.

00:29:08: Und es gab die Anweisung vom Oberstaatsanwalt an den Bürgermeistern, dass man während der Hinrichtung die kleine Rathausglocke läuten soll.

00:29:25: Nachdem man ihm aber sagt, dass er da keine Chance hat setzt er sich in der geräumigen Zelle hin und schreibt in seiner letzten Nacht sechs Briefe.

00:29:37: Einer ist an die Mutter seiner siebenundvierzig geborenen Tochter Renate gerichtet.

00:29:43: Die Mutter wanderte später in den USA aus.

00:29:56: Anbei übersende ich an Renate eine Kleinigkeit, eine Tafel Schokolade.

00:30:01: Eine Packung Keks, eine Packung Gebäck.

00:30:05: Den ersten Brief an seinen Onkel schreibt er um zwanzig Uhr den letzten um halb sechs Morgens an dem Gefängnisdirektor.

00:30:17: Ich halte mich an ihre lieben Worte erwähnt aber auch die schlechte Behandlung.

00:30:23: Die Nacht vergeht mit vielen Zigaretten und zwei Flaschen Wein.

00:30:31: Freitag, achtzehnter Februar, nineteenhundertneunundvierzig.

00:30:38: Sechs Uhr morgens!

00:30:40: Der Delinkwent geht an der Hand des Pfarrers in den Gefängnishof.

00:30:46: Es ist dunkel- und kalt um die Nullgrat – die zwölf Zeugen in schwarz frieren.

00:30:53: Ein Beamter verließ das Todesurteil.

00:30:57: Nach einem Gebet des Pfarrers wandte sich Oberstaatsanwalt Kraus an Schuh.

00:31:04: Richard Schuh, ihr Leben ist verwirkt!

00:31:08: Gehen Sie mutig und gefasst Ihren letzten schweren Gang mit dem Bewusstsein, dass sie nur dadurch ihre Schuld söhnen und sich von ihrer Totsünde reinigen können?

00:31:20: Gott sei ihre Seele gnädig.

00:31:24: Dann beauftragte er Burkhardt, Scharfrichter.

00:31:29: Ich übergebe euch den Richard Schuh mit dem Befehl ihn dem Urteil gemäß zu richten vom Leben zum Tode.

00:31:38: Laut Protokoll nimmt Schu alles beherrscht hin und gab keinen Laut von sich.

00:31:47: wird dann stehend Beuchlings auf der Kippbank festgeschnallt.

00:31:54: Die wird dann von übergekippt, sodass er nun waagrecht unter der schweren Klinge liegt.

00:32:01: Diese neue Bauweise der Geotine hatte sich scharf Richter Burghardt ausgedacht.

00:32:08: Der Kopf wird in zwei Latten fixiert die Stirn liegt auf einem Lederband auf.

00:32:18: Die Gehilfen lösen die Sicherung der Klinge.

00:32:23: Ein letztes Gebet, Burghardt zieht am Hebel und das Messer fährt geräuschlos nieder.

00:32:36: Nach zehn Minuten ist alles vorbei!

00:32:42: Richard Schuwa tot –der letzte von einem bundesdeutschen Zivilgericht hingerichtete Straftäter.

00:32:52: Eine Woche vor der Hinrichtung hat SPD-Mann Carlo Schmied im Parlamentarischen Rat gefordert.

00:33:01: Man sollte mit dem Töten von Amtswegen schlechthin ein Ende machen, wer rappelt das?

00:33:13: Verstreckung eines Todesurteils dabei gewesen sein.

00:33:16: Und das scheint ihn innerlich sehr bewegt zu haben.

00:33:20: und deshalb eben dieser massive Einsatz gegen die Todesstrafe, weil er da wohl für sich erkannt hat ist dass auch für die Menschen die die Todestrafe vollstrecken positiv ist, also psychologisch gesehen.

00:33:36: Und weil er der Meinung war dass die Vollstreckung der Todesstrafe nicht mehr zeitgemäß sei und auch eine Degradierung der menschlichen Gesellschaft darstelle.

00:33:45: Also ein sehr interessanter fortschrittlicher Ansatz.

00:33:48: Als

00:33:48: Vorsitzender des Hauptausschusses hat Carlo Schmied das Grundgesetz maßgeblich geprägt.

00:33:55: Das konstruktive Misstrauensvotum, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung und Die Abschaffung der todesstrafen gehen auf ihn zurück.

00:34:05: Der Antrag wurde mit fünfzehn zu vier Stimmen am fünften Mai angenommen, Am achten Mai wird die neue Verfassung verabschiedet und ist am vierundzwanzigsten Mai nineteenhundertneunundvierzig in Kraft getreten.

00:34:21: drei Monate nachdem Richard Schuh hingerichtet worden ist Noch bis in die Fünfzigerjahre hinein vollstreckten die alliierten Todesurteile gegen NS-Täter.

00:34:34: In der DDR bestand die Todesstrafe bis nineteenhundertsieben und achtzig, einundachzig wurde da – Der letzte Delinkwent Werner Teske – hingerichtet.

00:34:45: Richard Schus' Leiche wurde gleich nach der Vollstreckung in einen Sarg gelegt Und wie abgemacht der Wissenschaft übergeben.

00:34:54: Historikerin und Archivarin des Stadtarchivstübingen Vera Pelters.

00:35:00: Das ist wohl im Leichenbuch des Instituts auch dokumentiert.

00:35:03: Kopf für wissenschaftliche Zwecke verwendet, Rest als Sammlungspräparat vorgesehen.

00:35:10: Jetzt war es so.

00:35:11: in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren hat man entschieden dass man die Präparate anonymisiert.

00:35:18: Verbleib von Kopf und Körper waren danach lange Zeit ungeklärt.

00:35:23: Es gab aber Gerüchte und zwar interessanterweise nicht Anatomie, sondern in der osteologischen Sammlung des anthropologischen Instituts.

00:35:36: Dort gab es einen Kopfpräparat über das schon Anfang der sechziger Jahre das Gerücht umging dass es sich dabei um den letzten geköpften Tübingens handelt.

00:35:46: Das zeigte einen schief in einem Glaszylinder liegenden Kopf eingelegt in Formalin, allerdings reichte diese Konservierungslösung damals wohl schon nur noch bis zur Nase.

00:35:58: Wenn man jetzt diesen Präparat mit Fotos von Schuhe vergleicht soll man wohl zu dem Ergebnis kommen dass das eben der Kopf von Richard Schuh ist.

00:36:09: auf jeden Fall ist dieses Kopfpräparate vier nicht mehr vorhanden.

00:36:16: Das Kopfpräparat wurde anonym in Typ erdigt.

00:36:21: Zwei tausend zwei kam eine Dame aus den USA nach Tübingen, sie suchte Antworten.

00:36:31: Sie hatte das Gefühl in ihrer Biografie stimmt irgendwas nicht.

00:36:37: unter Tränen hat sie den Brief den Schuh in seiner letzten Nacht geschrieben hatte gelesen.

00:36:45: Es war doch der Renate.

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