Number Fever – Pepsis tödliches Gewinnspiel

Shownotes

Es ist einer der größten Marketingflops der Werbegeschichte: 1992 löste Pepsi auf den Philippinen mit seiner „Number Fever“-Kampagne einen landesweiten Hype aus. Kronkorken mit Gewinnzahlen versprachen Bargeldpreise, doch durch einen folgenschweren Fehler wurde die Werbeoffensive zu einem Fiasko mit Protesten, Klagen und Toten. Eine Krise, die für Pepsi zu einem der kostspieligsten PR-Desaster der Unternehmensgeschichte wurde. Vielen Dank an die Experten Prof. Dr. Jan Landwehr (Uni Frankfurt) und Dr. Nikolai Behr (https://dr-behr.com)), die Hintergründe aufzeigen.

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00:00:00: Fascinierende Ereignisse, spektakuläre Momente, unerwartete Wendungen.

00:00:08: Jahrhundertgeschichten, Stories die das wahre Leben schrieb.

00:00:13: Heute Number Fever, Pepsi's tödliches Gewinnspiels!

00:00:20: Jahrhundert Geschichten der

00:00:22: True Life

00:00:22: Podcast mit Armin Gro.

00:00:36: Es war ein Plausch mit dem Zufall.

00:00:39: D.h.,

00:00:40: der Mensch könne nicht von Gewissheiten leben, erlebt von Erwartungen... ...von der Vorstellung das morgen besser sein könnte als heute!

00:00:53: Für Millionen war es mehr als ein Spiel.

00:00:56: Träume brannten sich in einen umgedrehten Kronkorken ein.

00:01:01: Dreizahlen ließen das kümmerliche Monatsende unendlich erscheinen.

00:01:07: Hoffnung ging in den Slums von Manila nie aus, in diesen Mai-Tagen zweiundneunzig.

00:01:15: Dann passierte es drei vier neun Slammdog Millionär für eine Nacht.

00:01:27: Wer auf den Philippinen im falschen Moment bei Leuten eines gewissen Alters Pepsi Drei, vier, neun oder Number-Fever erwähnt wird sich keine Freunde machen.

00:01:42: Im Frühjahr twohundertzehnundneinzig war das Inselarchipel im Number Fever – im Zahlenfieber!

00:01:49: Ein Gewinnspiel was Hoffnung verkaufte, was Träume weckte.

00:01:54: mit ein bisschen Glück konnte man ganz leicht millionär werden.

00:01:59: Das Gewinnspiel von Pepsi ist so brutal in die Hose gegangen dass am Ende der eine oder andere Millionär geboren wurde, ja.

00:02:08: Aber eben auch fünf tote und hunderttausende geplatzte Träume begraben wurden – Träime die Pepsi heimsuchen sollten!

00:02:18: Also das ganz essentielle Phänomen ist eines, was in der Psychologie eigentlich schon sehr lange bekannt ist.

00:02:23: Es wurde von einer der Begründer der Psychologie von Fechner, die im Jahr eighteen Sechs und siebzig beschrieben wurden, dass wenn emotional aktivierende Ereignisse in einer Abfolge stattfinden, in dem Fall von sehr positiv... nach sehr negativ, dann löst das eine besonders starke emotionale Reaktion aus.

00:02:43: Die ja deutlich stärker ist als wenn es quasi nur ein negatives Erleben gibt.

00:02:47: und das würde ich jetzt das zentrale Charakteristikum dieses Events bezeichnen.

00:02:51: Man erlebt ein sehr, sehr positives emotionales Erlebnis und dann kommt der Schock danach dass er doch nicht eintritt und dann wird dieses negative Erlebens besonders negativ

00:03:02: erlebt.

00:03:02: Prof.

00:03:03: Dr.

00:03:03: Jan Landwehr bezeichnet sich als Konsumentenpsychologe, ist seit Jahrzehnte zwölf BWL-Professor mit Schwerpunkt Marketing an der Goethe Universität Frankfurt.

00:03:15: Pepsi hätte gewarnt sein können aber den großen Konkurrenten Coca Cola zu verdrängen bzw.

00:03:23: zu überholen war das Ziel.

00:03:26: Namba Fever ist die Geschichte über eine Nation, die gegen einen multinationalen Konzern kämpfte.

00:03:33: Über globale Gier?

00:03:35: Über Gewalt!

00:03:39: Marie-Lisso hat vielleicht immer noch ihren Crème erladen.

00:03:43: Verkauft Reis, Zigaretten kleine Shampooflaschen.

00:03:47: solche Sachen dürfte heute Ende fünftig sein.

00:03:52: Eine Marke verkauft Marie-Lee nicht.

00:03:55: Wer eine Pepsi will kann sich schleichen.

00:03:59: In deiner Zeit war sie in der Jahrzehnte.

00:04:02: Er hatte vier Kinder unter fünf Jahren.

00:04:06: Ihr Mann war Taxifahrer mit diesen drei Rädeligen Mopedz, ein hartes Leben im Slamm von Manila.

00:04:14: Was ja ein ganz großer Aspekt ist.

00:04:16: in der asiatischen Kultur ist das Glücksspiel auch.

00:04:19: Das hat natürlich gerade die Ärmsten der Armen betroffen, die wahrscheinlich wirklich viel von ihrem sowieso schon wenig vorhandenen Geld investiert haben in der Hoffnung auf diesen Gewinn.

00:04:29: Das in Kombination mit dem, dass man ihnen dann sagt nee ihr habt euch getäuscht und man brüskert die Menschen so zu.

00:04:36: was darf nicht passieren?

00:04:37: So etwas muss man eigentlich auch wissen wenn man in einem solchen Markt eine große Publikums wirksame Aktion macht.

00:04:44: Ich meine, ein großes Feld ist interkulturelle Kommunikation.

00:04:47: Das weiß man ja dass Menschen in Asien oder auch im Nahen Osten die ticken einfach ein bisschen anders als die Menschen in Europa.

00:04:56: Ja es ist auch schon Unterschied ob ich in Südeuropa oder in Nordeuropa kommuniziere und in der Vorbereitung auf ein mögliches krisene Ereignis Ist das ein wichtiger Aspekt?

00:05:06: Dr.

00:05:06: Nikolaj Baer ist Kommunikations- und Medientrainer sowie Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Kommunikation und Medientraining, medientraining-institut.de.

00:05:18: Auf seine Einschätzungen kommen wir später noch zurück.

00:05:23: Pepsi hätte sie schon früher gebrauchen können.

00:05:27: Warum traf dieses Gewinnspiel die Philippinen so viel härter als andere Länder Naja, in den frühen neunziger Jahren versuchten die Philippinen wieder auf die Beine zu kommen.

00:05:41: Das Land befand sich in einer schmerzhaften Übergangsphase.

00:05:45: Zwei Jahrzehntelang hatte Diktator Ferdinand Marcos das Land mit eisener Faust regiert – es korrumpiert und wirtschaftlich ausgeblutet.

00:05:55: Nach seinem Sturz sixundachtzig durch die People-Power-Revolution folgte Corazon Aquino.

00:06:01: doch die Demokratie brachte nicht sofort Brot und Wohlstand.

00:06:06: Die Arbeitslosigkeit war massiv, die wirtschaftliche Not der Unterschicht katastrophal – Millionen lebten in den Slams von Manila.

00:06:16: Ganz wichtig?

00:06:18: Man darf den kulturellen Einfluss der USA auf den Philippinen nicht unterschätzen!

00:06:24: Fast ein Jahrhundert lang hatten die USA das Land als Kolonie und später durch riesige Militärbasen geprägt.

00:06:32: Pepsi, Coca-Cola die Hollywoodfilme Frank Sinatra waren Symbole des Fortschritts Wohlstand und die Verheißung einer besseren Welt.

00:06:44: Seit nineteenhundertsechsundvierzig wurde er auf den philippinischen Inseln Pepsi ausgeschenkt aber unter der Oberfläche brodelte ein nationalistischer Zorn.

00:06:55: über die ständige Einmischung der USA In der letzten US-Militärbasen wurde das Jahr nach erbitterten Verhandlungen geschlossen.

00:07:06: Ein Sieg für die Souveränität, der allerdings Zehntausende Jobs und hunderte Millionen Dollar an Hilfe kostete.

00:07:14: Genau in dieser Zeit standen Neuwahlen an.

00:07:18: Fidel Ramos ein Westpoint-Absolvent mit engsten Verbindungen zum US Pentagon hat am Ende gewonnen.

00:07:26: Mit einem leichten Geschmäckle will heißen Eftel-Wahlbetrug.

00:07:31: Die politische Spannung war greifbar, die Menschen waren müde von leeren politischen Versprechen.

00:07:38: und da kam Pepsi und bot ihnen etwas an das Konkreter war als jedes Wahlprogramm den amerikanischen Traum in der Glasflasche Konsumentenpsychologe Landwehr.

00:07:53: Das ist sicherlich mit dadurch zu erklären, dass es sehr, sehr attraktiv erschien für die Konsumentinnen und Konsumenten auf den Philippinen an diesem Gewinn sozusagen teilzunehmen durch den Kauf einer Flasche.

00:08:03: Also diese Einfachheit, dass man eben nichts preisgeben muss einfach das Kaufen der Flaschen hinreichend ist, das trägt eigentlich dazu bei, damit man da eher zu gewählt ist.

00:08:10: Und das spiegelt sich eben wieder in diesen massiven Anstieg des Marktanteils.

00:08:14: Das ist insofern eine extreme erfolgreiche Marketingkampagne

00:08:17: gewesen.".

00:08:17: Diese socio-kulturelle Background war Eine Mienen fällt für Pepsi auf den Philippinen.

00:08:25: Die andere große Mauselfalle hat mit dem Konkurrenten Coca-Cola zu tun.

00:08:31: Ihr kennt den Song von Billy Joel, We Didn't Start the Fire?

00:08:35: Da singt er ja AIDS Crack Bernie Gets, Hyperdemics on the Shores, China's Under Marshall Law, Rock'n'Roller, Cola Wars, Cola Krieg!

00:08:45: Um den Wahnsinn des Number Fever vollends zu verstehen muss man wissen, dass der Cola Krieg zwischen Pepsi und Coca-Cola erbittert geführt wurde.

00:08:57: In den nachtzigeren erfand Pepsi die Pepsigeneration Der Konzerne erkannte das man die rote Coke nicht schlagen konnte.

00:09:06: also griff man das Image an.

00:09:08: Während Coca-Cola das konservative familiäre Amerika verkörperte wurde Pepsi die Marke der Jugend – der Rebellen der Popstars.

00:09:18: Pepsi verpflichtete Stars wie Michael Jackson oder Madonna als Werbeträger.

00:09:27: Dass die Haare von Jaxson, bei einem Werbefilmdreh durch Pyrotechnik in Brand gerieten war da noch gar nicht so.

00:09:36: das Problem, erkläre ich noch.

00:09:39: Klar, optimal war der Vorfall nicht!

00:09:42: Wenigstens waren die Haaren und Pepsi In aller Munde.

00:09:46: Madonna war da schon das größere Verlustgeschäft.

00:09:50: Pepsi zahlte Millionen, aber dann kam das kontrovers diskutierte Video von Like a Prayer raus!

00:09:58: Pepsi zog den Madonna-Spot der eng mit Like A Prayer verknüpft war zurück.

00:10:04: und so kam es dass Pepsi für Madonna zahlten ohne dass Madonna die Brause promotete.

00:10:10: vier bis fünf Millionen Dollar in die Tonne geklappt.

00:10:15: Aber auch beim roten Zuckerwasser liefen nicht alles rund.

00:10:20: Coca-Cola leistete sich in den wohl größten Marketingfehler aller Zeiten.

00:10:27: New Coke!

00:10:28: Um gegen den süßeren Geschmack von Pepsi zu punkten, änderten sie nach fast hundert Jahren die Rezeptur.

00:10:37: Der Aufschrei der Fans war so gewaltig, dass das Unternehmen gedemütigt zur alten Formel zurückkehren musste.

00:10:46: Beide Konzerne pumpten in diesen Jahren ein Haufen Geld ins Marketing.

00:10:53: Auf den Philippinen wurde mit ganz schmutzigen Bandagen gekämpft – Spionage?

00:10:59: Bestechung?

00:11:00: Es gab Berichte über systematisches Bottle-Hording.

00:11:05: Beide Firmen horteten angeblich Zehntausende Lehrgutflaschen des Konkurrenten, um dessen Logistik Kette zu unterbrechen und den Gegner zu teuren Neuinvestitionen in Glas zu zwingen.

00:11:20: Der Präsident von Coca-Cola Philippines, Jesús Seldran, Spitzname King King – ein dekorierter Kriegsheld im Zweiten Weltkrieg – pflegte sein Image!

00:11:33: Er soll ab und zu Echten Panzer vor seinen Apfelanlagen vorgefahren seien.

00:11:40: Nur um den Pepsi-Vertretern zu signalisieren, not in my house!

00:11:47: Ich verteidige mein Revier bis aufs Äußerste.

00:11:50: Pepsi wusste dass sie eine Wunderwaffe brauchten um die Sebastian zu stürmen.

00:11:57: Pepsies Number Fever war als der vernichtende Schlag geplant.

00:12:03: Ich meine, Anfang der Achtzigerjahre war Pepsi mit Sechzig Prozent Marktanteil auf dem Inselarchipel die Nummer eins.

00:12:10: Zehn Jahre später – zweiundneunzig – war Coca-Cola die Eins.

00:12:15: Dreiundachtzig Prozent Marktanteil!

00:12:18: Coca-Cola fühlte sich so unangreifbar dass das Unternehmen damals fast ganz auf Werbung verzichtete.

00:12:26: Damals... Außerdem gut zu wissen, die über sieben Tausend Inseln der Philippinen sind einer der größten Märkte für derartige Getränke.

00:12:37: Professor Doktor Landwehr.

00:12:39: Wenn ich jetzt eine Marke positiver machen möchte im Kopf der Konsumentinnen und Konsumenten, dann braucht man eigentlich viele Lerndurchgänge.

00:12:47: Das ist eben der Grund dafür warum starke Marken unternehmen.

00:12:50: Eines der stärksten ist Coca-Cola.

00:12:52: die investieren unfassbar viel Geld in kontinuierliche Werbung.

00:12:56: Die sagen nicht wir haben jetzt jeden Konsument zehnmal erreicht mit unserer Werbebotschaft das muss jetzt ein Leben reichen.

00:13:02: Sondern die sind sich dessen bewusst, dass sie quasi kontinuierlichen Werbedruck brauchen um positive Assoziationen zu verankern.

00:13:10: Und das ist eben insbesondere wichtig für Produkte, die in der Rente eigentlich keinen Wettbewerbsvorteil haben.

00:13:15: Also gerade Softdrinks sind halt eine Kategorie, die innerend sich kaum unterscheiden.

00:13:20: Wesentlich misst das Zuckerwasser mit ein paar Geschmackstoffe und es ist zum Beispiel auch so, dass im Blindtest, im Blindverkostung wenn ich nicht weiß was trinke ich grade?

00:13:28: sieht man, dass das Person nicht zwischen Coca Cola und Pepsi differenzieren kann.

00:13:33: Gerade bei solchen Produkten ist es wahnsinnig wichtig eine starke Marke aufzubauen wenn ich im Markt bestehen möchte.

00:13:38: Anders sieht es eben aus bei diesen sehr negativen Ereignissen.

00:13:42: Man weiß das vor allem so von der Forschung zu Ernährungspräferenzen.

00:13:47: Wenn ich einmal in meinem Leben gerade in einer frühen Kindheit- und Nahrungsmittelregion habe von dem ihr schlecht geworden ist, dann reicht quasi dieser einmalige Lerndurchgang, um eine lebenslange Aversion gegen dieses Nahrungsmittel zu entwickeln.

00:13:59: Das bezeichnet man als One-Trial Learning.

00:14:01: Da haben wir diese Asymmetrie also das positive Bild einer Marke aufzubauen.

00:14:05: Dort dauert extrem lange.

00:14:07: ein negatives Ereignis mag ausreichen und es zu zerstören und klar Gewinnspiele können... wie jede andere Marketingmaßnahme auch, positive Bilder in den Köpfen der Konsumentinnen und Konsumenten auswiesen.

00:14:19: Das ist ja nicht mehr nur Vorstelle ich würde gewinnen kann das positiv sein.

00:14:24: Insofern ist es durchaus eine erfolgreiche Strategie um sozusagen ein positives Niveau zu halten.

00:14:30: Number Fever war genial einfach!

00:14:34: Du kannst mit ein bisschen Glück millionär werden.

00:14:38: du kaufst deine Pepsi, hebst den Kronenkorken auf.

00:14:42: Wenn deine Zahl unter dem Deckel gezogen wird, bist du reich.

00:14:46: Der Architekt des Spiels war Pedro Vergara – ein chilenischer Marketingstrategie der das Konzept bereits in Lateinamerika mit Erfolg getestet hatte.

00:14:58: Die mexikanische Firma Digi Consultores wurde engagiert um die Kampagne auf die Philippinen zuzuschneiden.

00:15:06: Unter jedem Kronkorken von Pepsi, Seven Up, Merinda und Mountain Dew befand sich eine dreistellige Zahl sowie ein siebenstelliger Sicherheitscode.

00:15:18: Jeden Abend wurde die Gewinnzahl des Tages über neunundzwanzig Radiostationen vier Zeitungen und im Fernsehen verkündet, in der Nachrichtensendung.

00:15:30: Pepsi lockte mit einer gestaffelten Preisstruktur.

00:15:35: Jeder der Glücksspiel begeisterten Filipinos kann gewinnen!

00:15:40: Entweder tausend Päsos oder zehn, fünfzig hunderttausend PSOS.

00:15:46: Am besten aber man gewinnt den Checkpot von einer Million PSOS!

00:15:50: Damals waren das rund dreißig Tausend D-Mark für einen Filipino wahnsinnig viel Geld.

00:15:59: Eine Millionen PSOS?

00:16:01: Das war das sechshunderteelfache eines durchschnittlichen Monatsgehalts.

00:16:06: Es war die Eintrittskarte in ein Leben ohne die Angst vor dem nächsten Tag, eine Summe, die aus einer Holzbaracke einen Palast machen konnte.

00:16:17: Obwohl die statistische Chance auf den Hauptpreis bei astronomischen ... Konsumenten, Psychologe, Landwehr.

00:16:30: Ja tatsächlich ist das so dass wir relativ schlecht da drin sind.

00:16:33: Wahrscheinlichkeiten also wahrscheinlich jetzt Rechnung ist etwas uns im Alltag nicht so leicht fällt.

00:16:38: gerade sehr kleine Wahrscheinlichheiten überschätzen wir systematisch und umgekehrt dann lockt natürlich immer dieser extrem hohe Gewinn vielleicht auch ein bisschen.

00:16:46: kann man das erklären euch dass man sich natürlich darauf freuen würde einen solchen Gewinn zu realisieren und dass es so ein bisschen dazu beiträgt dass uns die Augen vernehmelt oder den Sinn vernehbelt?

00:16:55: nicht ganz so analytisch und rational, die wahrscheinlich hätten berechnen wir das wahrscheinlich sollten.

00:17:00: Pepsi fachte das Fieber durch massive Werbemaßnahmen an.

00:17:05: Echte Gewinner wurden wie Heilige inszeniert!

00:17:09: Da war etwa Neymar Balmes eine Busfahrerin, die nach ihrem Gewinn von einer Million Pesos als Mrs.

00:17:16: Pepsi berühmt wurde.

00:17:18: In Werbespots scherzte sie dass das Cola trinken ihren Mann in Stimmung Bringe!

00:17:26: Natürlich hat Marie-Lissot, unsere Shopbesitzerin auch mitgemacht.

00:17:32: Also... Am fünften Januar zweiundneunzig beantragte der Brausehersteller die Genehmigung bei der zuständigen Behörde, die dann am Dreiundzwanzigsten abgenickt wurde.

00:17:45: Mitte Februar ging's los.

00:17:47: Pepsiflaschen mit Zahlen unter dem Deckel standen in den Läden.

00:17:53: Das Gewinnspiel kam an wie.

00:17:57: Und das hat man ja auch gesehen, dass auf den Philippinen der Marktanteil von Pepsi über dem Zeitraum des Gewinnspiels von etwas über neunzehn Prozent oder knapp vierundzwanzig Prozent angeschieden ist.

00:18:06: Was so stanziell ist.

00:18:07: Das ist gerade bei solchen Produkten des alltäglichen Bedarfs eine massive Steigerung des

00:18:13: Marktanteils.".

00:18:14: Die monatlichen Umsätze explodierten von zehn auf vierzehn Millionen Dollar!

00:18:18: Die Apfelanlagen im Land arbeiteten zwanzig Stunden am Tag – die Produktion wurde verdoppelt.

00:18:25: Pepsi wurde nicht mehr nur getrunken.

00:18:29: Die Brause wurde, ob in der Hauptstadt Manila oder auf irgendeinem Reisfeld auf einer Insel geschürft.

00:18:37: Pepsi Philippines Chef Rodolfo Salazar prallte mit der erfolgreichsten Marketingkampagne Ever.

00:18:45: Konkurrent Coca-Cola zeigte sich beunruhigt.

00:18:48: Schnell sollte ein eigenes Gewinnspiel her!

00:18:51: Polizisten verhafteten ein Dienstmädchen, das beschuldigt wurde ihrem Arbeitgeber eine Gewinnkrone gestohlen zu haben.

00:19:00: Zwei Pepsi-Verkäufer wurden in einem blutigen Streit um einen Kronenkorten ermordet.

00:19:10: Professor Dr.

00:19:11: Landwehr.

00:19:26: Man muss natürlich sagen, es ist ein gewinnorientiertes Unternehmen.

00:19:32: Gewinneorientierte Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass das Ziel es primär maximieren.

00:19:36: Insofern sind so ethisch moralische Apelle immer nur bedingt tragfähig und wirken auch noch unbedingt etwas.

00:19:42: Es gibt den Fachbegift der Corporate Social Responsibility, die Verantwortung des Unternehmens und er bezeichnet gerade diese freiwillige Formen der Verantwortung.

00:19:50: Dass man selbst dann wenn etwas vielleicht bezogen auf den monetären Erfolg eines Unternehmen ist nicht ideal ist dass man dennoch aus ethisch-moralischen Erwägungen heraus bestimmte Dinge unterlässt oder in dem Fall Abricht.

00:20:03: Im Nachhinein ist man natürlich immer klüger zu entscheiden was das eigentlich der Moment wo das irgendwie eine Dynamik entwickelt, die man vielleicht auch so nicht möchte oder die man auch irgendwie nicht mehr im Griff behält.

00:20:13: Kann mir gut vorstellen, dass in der Situation man auf der einen Seite gesehen hat wie wahnsinnig erfolgreich die Kompagnes und dieser Zuwachsermarktanteil ist natürlich wirklich bombastisch.

00:20:22: Auf der anderen Seite geht das dann häufig nicht ein Herr mit den ethisch-moralischen Maßstäben, die man vielleicht an das eigene Unternehmen anlegen

00:20:30: sollte.".

00:20:31: Ja ja, Pepsi hätte gewarnt sein können!

00:20:34: Wir sagten ja, dass Number Fever zuerst in Süd- und Mittelamerika gespielt wurde – In Chile kam es auch zu unruhen, als eine falsche Gewinnzahl vorgelesen wurde weil das Fax zerknittert war und nicht sauber aus dem Gerät flutschte.

00:20:52: Geplant war dass Namba Fever am achten Mai beendet wird aber das Ding lief so gut.

00:21:00: die Gier des Konzerns war so groß dass man sich entschlossen hatte das Zahlenspiel fünf Wochen zu verlängern.

00:21:09: Damit Burg Pepsi bogen die Filipinos auf die Loser-Straße ein.

00:21:21: Der fünfundzwanzigste Mai, zweiundneunzig war der Tag an dem Pepsi die Promotion an die Wand fährt.

00:21:27: Schätzungen sagen das siebzig Prozent der zweiundsechzig Millionen Filipinos vor dem Fernseher saßen.

00:21:34: Fast vierundzwanzich Millionen lebten unter der Armutsgrenze.

00:21:39: Gebannt starren die Leute auf die Matscheibe Die einen mit zwei, drei Kronkorken in der Hand.

00:21:45: Die anderen mit hunderten Verschlüssen.

00:21:48: nur um ganz sicher zu gehen.

00:21:50: Auch Marie-Liseaux und ihr Mann hielten den Atem an Schickten Stoßgebete in dem Glücksspiel Himmel.

00:21:59: Und endlich wurde es an diesem Montag, achtzehn Uhr Channel Zwei.

00:22:06: In den Fernsehenachrichten und im Radio wird die Gewinnerzahl Die Auf, sie wusste gleich.

00:22:42: Das ist ihre Zahl!

00:22:44: Ihr Mann wühlte in dem kleinen Haufen und suchte den Deckel mit der Drei-Vier-Neun.

00:22:49: Sie tanzten, lachten und weimten vor Glück.

00:22:52: Die Ausbildung der Kinder steht... Nicht weit entfernt fällt Ernesto de Guzmandelina vom Stuhl.

00:22:59: Er rennt zu seinem Neffen Simon Marcello rüber.

00:23:02: beide hatten die drei.

00:23:04: vier.

00:23:04: neun heißt Fünfzigtausend für den einen, hunderttausende für den anderen.

00:23:10: Simon wusste sofort – denn Kellner Job im Rotlichtviertel wird erkündigen!

00:23:15: Eine Mutter von zwölf Kindern stellte fest dass sie gleich mehrere drei vier neuner besaß.

00:23:21: ein Gewinn von fünf und dreißig Millionen pesos leuchtete am Horizont.

00:23:30: In jeder Nachbarschaft ein Freudenschrei.

00:23:33: auf jeder Insel Fielen sich Familien und Freunde in die Arme.

00:23:37: Sicher, das Elend hat ein Ende!

00:23:41: Die Philippinen im kollektiven Freudentau.

00:23:46: Jubel wird keine vierundzwanzig Stunden anhalten.

00:23:51: Noch am gleichen Abend machten sich Gewinner nach Quees & City nordöstlich von Manila auf um ihren Gewinn gleich zu Bergen sprachen.

00:24:00: Cuisine City war damals das Headquarter von Pepsi, einer der ersten Abfüllstandorte.

00:24:07: Selbst als immer mehr Gewinner vor den Werkstoren auftauchten wurde keiner stutzig.

00:24:14: Nur eine Sekretärin wird stutzIG!

00:24:18: Um zwanzig Uhr klingelt ein Telefon.

00:24:24: Pepsi-Marketingchefin Rosemarie Vera hebt ab.

00:24:28: Da kann doch was nicht stimmen meinte die Sekretärin, fast jeder den ich kenne hat gewonnen.

00:24:36: Was ist schief gelaufen?

00:24:38: Wo steckte der Fehler?

00:24:41: Der technische Fehler hinter dem Fiasco war von einer fast poetischen Banalität!

00:24:48: Die Nummer drei vier neun war in der ersten Phase des Gewinnspiels als Nicht-Gewinnernummer Millionenfach auf die Kronkorken gedruckt worden.

00:25:00: Bei der Verlängerung der Kampagne wählte das Computersystem der mexikanischen Beratungsfirma ausgerechnet die drei, vier, neun als neue Checkpot-Gewinnzahl aus.

00:25:14: Statt den zwei vorhergesehenen Gewinnern hielten plötzlich schätzungsweise sechshundert bis achthunderttausend Menschen den Checkpot in Händen.

00:25:24: hätte Pepsi Alle Forderungen erfüllt.

00:25:28: Das Unternehmen hätte rund zweiunddreißig Milliarden Dollar zahlen müssen.

00:25:34: Pepsi würde es heute nicht mehr geben.

00:25:37: Jetzt braucht's einen, der die Krise moderiert.

00:25:42: Kommunikationsexperte Dr.

00:25:44: Nikolai Baer.

00:25:45: Die Kirisenkommunikation ist natürlich ein ganz wesentliches imageprägendes Element.

00:25:51: auch wenn die Krisenkommunication schlecht gemacht ist Kann ich mein Image komplett ruinieren?

00:25:57: Und das kann auch sehr teuer sein, es wieder aufzubauen.

00:26:00: Wenn ich's gut mache passiert im besten Falle nichts und wenn ich ganz viel Glück habe, kann ich sogar ein Imagegewinn damit

00:26:07: hinbekommen.".

00:26:08: Der erste Schritt von Unternehmensseite der noch abends nachts ausgeheckt wurde war schon eine Offenbarungseit.

00:26:16: Am nächsten Morgen wurde in den überregionalen Zeitungen verkündet dass nicht die drei vier neun gewonnen hätte Sondern die eins, drei, vier.

00:26:28: Hä?

00:26:28: Nee also das ist... Wenn man es nicht besser weiß und erst mal leugnet ist Blödsinn.

00:26:33: ja weil dann da schaffe ich mir nur Feinde auf Dauer.

00:26:36: ja Und dann merken die Leute ah die wollen was verbergen oder denen geht's nur ums Geld.

00:26:41: Das ist schwierig.

00:26:42: Ja Also diese Totsünden die man machen kann ist natürlich Leugnen ohne dass man überhaupt weiß was wirklich los ist.

00:26:48: Finger zeigen auf andere, also die Verantwortung ablehnen gar nicht sagen ist genauso schlimm.

00:26:52: Auch die Sachen herunterreden kann man auch nicht machen oder viel zu spät kommunizieren.

00:26:59: ja ich sollte nichts sagen was spekulativ ist aber ich kann immer sagen Das ist passiert.

00:27:05: Wir untersuchen gerade, wir unterstützen die Behörden.

00:27:09: Wir machen dies und das mehr kann ich Ihnen noch nicht sagen aber wir werden Sie in einer Stunde in vier Stunden heute Nachmittag oder heute Abend nochmal näher informieren und haben dann sicherlich bessere Informationen für sie.

00:27:21: Diese Kontinuität im Informationsfluss, die ist eben sehr wichtiger Punkt.

00:27:27: Am Vormittag musste der Standort Queson City abgeriegelt werden.

00:27:31: Soldaten und Polizisten lieferten sich die ersten Reibereien mit vermeintlichen Gewinnen.

00:27:38: Die ersten Steine fliegen, binnen Stunden wandelte sich die Stimmung Freude Unsicherheit Enttäuschung Wut und schließlich Gewalt.

00:27:49: Das ist ja eine Situation, die wahrscheinlich noch niemand vorher erlebt hat.

00:27:54: Abend heißt es noch, ich hab gewonnen.

00:27:56: Am nächsten Tag weiß das nie doch

00:27:57: nicht.".

00:27:57: Und dann orientiert man sich daran was andere Personen machen und dann kann sich eben auch schnell so eine Sozialdynamik entwickeln wenn es dann eben einige Personen gibt die dann in einem bestimmten Art und Weise sozusagen voran preschen sie dann eben gewalttätig geworden sind.

00:28:20: Also die Grundregel beginnt damit, dass man eigentlich vorher schon sich darauf vorbereiten muss auf alle Eventualitäten und seine Leute drauf trainieren sollte.

00:28:29: Nicht nur die Kommunikationsabteilung sondern alle Verantwortlichen also auch die Geschäftsführungen und klar

00:28:34: auch

00:28:35: festlegt nicht nur einen operationellen Krisenplan.

00:28:39: Die sind meistens vor allem in den großen Unternehmen sehr gut, sondern auch ein Krisenkommunikationsplan und den auch übt und im Krisenfall

00:28:47: gilt

00:28:48: als erstes mal auch.

00:28:49: man muss schnell sein.

00:28:50: Man sollte eigentlich in einer Stunde schon eine Stellungnahme abgeben können, man sollte dann auch innerhalb eines Tages sollte man wirklich schonmal eine gute Aufarbeitung haben und erklären können wie es zu dieser Krise kamen und natürlich auch versichern dass man daran ist das vollkommen zu bearbeiten.

00:29:09: und

00:29:10: wenn

00:29:10: Menschen betroffen sind zählt immer erst der menschliche Gefühlsausdruck, also die Empathie und danach erst die Fakten.

00:29:18: Auch wenn die Schuldfrage umgeklärt ist, da muss man auch die eigenen Anwälte immer so ein bisschen bremsen.

00:29:23: Ich kann nämlich sagen es ist unsere Aufgabe herauszufinden was genau passiert ist und das heißt nicht gleichzeitig dass ich sage Es ist unsere Schuld.

00:29:31: Da haben ja immer die Rioristen Angst, dass man dann im Eifer des Gefechts irgendwas sagt, was dann spätere Zahlungen zur Folge hat nur durch Training gut erreichbar.

00:29:43: Es muss natürlich eine Konsistenz der Botschaften des Unternehmens geschaffen werden, ja?

00:29:49: Also das Unternehmen muss mit einer Stimme sprechen – es kann nicht sein dass der Pressesprecher was anderes sagt als der CEO oder der

00:29:54: Finanzvorstand.".

00:29:55: Das Headquarter in New York wusste auch nichts.

00:29:59: Pepsi-CEO Christopher Sinclair war nicht zu erreichen!

00:30:03: Die rettende Cavallerie wird nicht kommen... Um zwanzig Uhr abends wurde das Handelsministerium informiert, dass ein Fehler passiert war.

00:30:15: Und um drei Uhr nachts als die letzte Krisensitzung zusammentraf hatte jemand von Pepsi Philippines den letzten Strohhalm in der Hand.

00:30:26: Plan!

00:30:27: Wir zahlen in den nächsten zwei Wochen eine Summe sagen wir fünfhundert Pesos an die dreivierneuner aus – als Goodwill.

00:30:37: Dann sollte doch die Sache vom Tisch sein, dann wären wir so bei sechs Millionen Dollar Schaden.

00:30:42: Guter Plan!

00:30:44: Machen wir!

00:30:45: Ich

00:30:45: glaube es geht mehr um die Empathie und das Gefühl für die Situation und vielleicht muss man auch beim Managern häufig mal nicht nur schauen wie sind die KPIs von denen?

00:30:54: Und wie ist die Management Ausbildung sondern... haben die auch ein gewisses Gefühl für Menschen und Situationen.

00:31:02: Da ist das Thema Vertrauen einfach das wichtigste Pfund!

00:31:26: könne man fünfhundert Pesos als Entschädigung annehmen.

00:31:31: Eine lächerliche Summe, wenn man doch millionär sein könnte!

00:31:36: Es wird berichtet dass viele auf dieses Angebot eingegangen sind aber der größere Teil der vermeintlichen Gewinner sorgte dafür... ...dass aus den anfänglichen Protesten mit dem einen oder anderen fliegenden Stein regelrechte Straßenschlachten wurden.

00:31:53: Bald flogen Molotov-Koktents.

00:31:56: Da wurden Reifen verbrannt, da wurden Pepsi-LKWs zum Anhalten gezwungen umgeschmissen und angezündet.

00:32:03: So mancher Fahrer versuchte noch mit Seven Up zu löschen.

00:32:07: Bauern auf den Inseln verkauften ihr Vieh, um nach Manila reisen zu können und zu demonstrieren.

00:32:15: Bombendrohungen gingen beim Konzern ein.

00:32:17: Pepsi Führungskräfte bekamen Bodyguards – die amerikanischen Mitarbeiter wurden abgezogen!

00:32:24: Das Basketball Team The Pepsi-Cola Hot Shots wurde umbenannt in the Seven Up Ankylos.

00:32:33: Die Filipinos waren nicht mehr zu halten, wollten Pepsi zu den Zahlungen zwingen.

00:32:40: Natürlich ging's ums Geld aber Number Fever war jetzt eine gute Möglichkeit es den USA mal so richtig zu zeigen.

00:32:50: Not In My House denkt an den sociopolitischen und kulturellen Hintergrund.

00:32:56: Es bildeten sich einige Gruppen, die A-Proteste und B-Sammelklagen gegen Pepsi organisierten.

00:33:03: Die bekannteste ist wohl die von Vicente Del Fiero

00:33:07: Jr.,

00:33:08: Coalition three four nine.

00:33:10: Der Werbemann und Sektenprediger verurteilte zunächst diese Gewinnspielmanie von Pepsi Aber als seine Tochter gewonnen hatte stand auch er vor den Werkstoren.

00:33:25: sollte erst in New York enden.

00:33:28: Anfangs finanziell unterstützt von Coca-Cola, schön Öl ins Feuer!

00:33:36: Aus Tagen wurden Wochen und Monate.

00:33:39: Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen vor den Pepsi-Fabriken.

00:33:44: Februar threeundneunzig machte sich in Manila Anicita Rosario auf dem Weg.

00:33:51: ihr ist eingefallen sie muss noch Reis kaufen.

00:33:55: Als sie beim kleinen Tante Emma Laden ankamen, fuhr gerade ein Pepsi-Truck vor.

00:34:02: Jemand schmeißt irgendwas?

00:34:04: Das Ding prallt vom Truck ab und... Anisita die Lehrerin war sofort tot!

00:34:12: Mit ihr starb ein fünfjähriges Mädchen was auch vor dem Laden stand.

00:34:19: Im Mai explodierte eine Granate in einer Pepsi-Fabrik in Davao City.

00:34:24: drei Tote.

00:34:25: Ninzehntunddreiundneunzig war ein Jahr zum Vergessen für Pepsi.

00:34:31: Weil ja auch noch Michael Jackson, Pepsis Werbe-Ikone wegen Kindesmissbrauch am Prangerstand.

00:34:39: Er sagte alle Termine ab, gab seine Medikamentensucht zu und meinte sinngemäß er ist abhängig seitdem seine Haare für Pepsi branden.

00:34:50: Super!

00:34:52: Crystal Pepsi Eine farblose Variante ging als Megaflop in die Produktgeschichte ein.

00:34:59: Und als Topic obendrauf tauchte Wick Del Fiero, Juli'in''', und wollte Pepsi mit seiner Coalition three for nine auf vierhundert Millionen Dollar Schadensersatz und eine Million Dollar moralischen Schadenser Satz verklagen!

00:35:19: Mit zwei Anwälten traf Del Fiero den Sprecher von Pepsi, Kenneth Ross.

00:35:24: Ohne Ergebnis!

00:35:26: Im November three und neunzig hofften die Filipinos auf den damaligen Präsidenten Bill Clinton.

00:35:33: Bei einem Staatsbesuch zogen sie fackelschwingend vor dem Palast.

00:35:38: Clinton möge helfen.

00:35:40: Eine Pepsi-Flaschenpuppe wurde angezündet und letztendlich haben wohl viele Filipinos die Hoffnung aufgegeben, als Del Fieros Klage in den USA abgewiesen wurde.

00:35:54: Danach ebten die Proteste so langsam ab.

00:35:58: Goliath hatte gewonnen – und nicht David!

00:36:02: So die Gemütslage auf den Philippinen….

00:36:05: Ravel Rocker, ein junger Medizinstudent hat tatsächlich in Bula Karn gegen Pepsi gewonnen.

00:36:13: Was kurzzeitig neue Hoffnung entfachte – doch Pepsi zog jeden Fall gnadenlos durch alle Instanzen!

00:36:31: Entgültig von jeglicher Haftung frei.

00:36:34: Die Begründung war rein technisch, da die Kronkorken nicht den für die Checkpot-Gewinner vorgesehenen siebenstelligen Sicherheitscode aufwiesen, bestünde kein rechtlicher Anspruch, Kommunikationsexperte Dr.

00:36:50: Nikolai Baer.

00:36:51: Vierzehn Jahre, dass das Thema immer wieder hochkocht und jedes Mal wenn darüber berichtet wird auch über so einen Prozess dann kommt dieses ungute Gefühl bei der Bevölkerung ja wieder hoch.

00:37:01: Also, die waren wirklich schlecht beraten in dem wie sie es gemacht hätten.

00:37:05: Die hätten schnell reagieren müssen, hätten sagen müssen, das war ein Fehler.

00:37:08: Sie hätten Transparenz sein müssen, sie hätten Empathie mit den Leuten zeigen müssen und gesagt, Mensch, das tun so wahnsinnig leid, dass da jetzt so viele enttäuscht wurden.

00:37:16: Wir machen das gut irgendwie aber dann nicht mit mit zwanzig Dollar also... Ja, keine Ahnung.

00:37:22: Vielleicht das zehnfache Jahr?

00:37:24: Das hätte sie sicherlich ein bisschen was gekostet.

00:37:26: aber wenn man dann in so einem Moment großzügig ist, dann merkt man sich das ja auch und das sage ich immer wieder nicht nur in der Krise überhaupt in der Kommunikation von Unternehmen überlegt wie ihr langfristig als Marke wirken wollt.

00:37:40: Das ist die große Herausforderung!

00:37:42: Und ich fand faszinierend, dass das ja quasi auch so ins Alltagsgedächtnis, ins kollektive Gedächtnis auf den Philippinen eingegangen ist.

00:37:49: Ich fand irgendwie das ganz spannend, dass es da in diesen Ausspruch gibt die Gewinnzahl war ja threehundertneunvierzig oder die vermeintliche Gewinnzahl und dass es eben diesen Ausspruch gibt man wird dreihundert neunviertzigst wenn man sagen will man wird gerade veräppelt oder übers Ohr gehauen.

00:38:04: also irgendwie fasziniere dass dann eine solche Marketingmaßnahme des kollektiven Gedechenes in diesem Land der Art beeinflusst hat.

00:38:12: Konsumentenpsychologe Prof.

00:38:14: Dr.

00:38:15: Jan Landwehr.

00:38:23: Vick Del Fiero starb in dem dritten Schlaganfall.

00:38:29: Schon nachdem zweiten meinte er zu seiner Tochter im Krankenhaus, Pepsi Killing Me Softly.

00:38:36: Marie-Lissot hat vielleicht immer noch ihren Crème erladen.

00:38:40: Verkauft Reis, Zigaretten kleine Shampoofläschchen solche Sachen!

00:38:45: Ihre vier Kinder haben ihre Abschlüsse gemacht.

00:38:49: Ein hartes Stück Arbeit war das, sie hatte nie die Zeit zu protestieren.

00:38:55: Einmal flutete ein Sturm ihre Wellblechhütte und da fing der Gewinnerdeckel an zur Rosten.

00:39:04: Das war der Tag als sie ihn dann weggeschmissen hat.

00:39:39: recherchiert, erzählt und produziert von Armin Gro.

00:39:43: Ein Original-Podcast von Regiocast, deutsches Radiounternehmen.

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