Sommerspezial: Drei Jahrhundertgeschichten in einer Folge
Shownotes
Aaron Ralston muss die Entscheidung seines Lebens treffen, als er in einem Canyon feststeckt. Kanada und Dänemark führten fast 50 Jahre lang einen unblutigen Krieg und Leonore Lindsey eröffnet eine kleine Bäckerei in Chicago und wird vom Leben reich beschenkt. Damit gehen die Jahrhundertgeschichten gehen in die Sommerpause. Wir hören uns am 26. August 2026 wieder. Dann mit dem spektakulärsten Politthriller der Bundesrepublik: dem Tod von Uwe Barschel 1987.
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00:00:00: Faszinierende Ereignisse, spektakuläre Momente, unerwartete Wendungen.
00:00:08: Jahrhundertgeschichten, Stories die das wahre Leben schrieb.
00:00:27: Zeit bei den Jahrhundert-Geschichten.
00:00:29: Das hier ist die letzte Folge, bevor wir eine kleine Sommerpause machen.
00:00:34: Weiter geht's erst am sechsohnzwanzigsten August!
00:00:38: So wie im letzten Jahr erzählen wir euch in dieser Folge drei Geschichten, die für dramatische, politische und emotionale Schlagzeilen gesorgt haben.
00:00:54: Dramatisch und spektakulär steigen wir ein – und jeder soll sich überlegen was er getan hätte… ob er genauso gehandelt hätte.
00:01:04: Hier ist die unglaubliche Geschichte des Aaron Ralston, die um die Welt ging.
00:01:09: Aaron Ralsten war und isst ein begeisterter Extrem-Sportler.
00:01:14: Skifahren, Klettern, Canyoning, Mountainbike, Rafting... Ein Naturbursche vor dem Herrn!
00:01:21: Ein Abenteurer.
00:01:23: Am XXV.
00:01:24: April, Drei war es wieder soweit.
00:01:29: Aaron machte eine Tour in Utah, im Horseshoe Canyon.
00:01:33: Vierhundert Kilometer südlich von Salt Lake City.
00:01:37: Er stellt das Auto ab und der Tag beginnt mit einer Fahrradtour zum Blue John Canyon.
00:01:44: Wir sprechen hier von einer roten Steinwüste in der kleinere Canyons nebeneinander liegen.
00:01:51: Der Blue John Canyon ist nach einem Mann benannt, der eben so rau war wie die Landschaft selbst Blue John Griffith, ein Pferdedieb koch- und berüchtigter Whiskytrinker des späten neunzehnten Jahrhunderts.
00:02:05: Er nutzte diese Canions als Versteck – ein Labyrinth in das sich kein Gesetzeshüter wagte …in Zeiten des wilden Westens.
00:02:15: Aaron stellt das Mountainbike ab…und wandert jetzt weiter.
00:02:20: Zu seiner Überraschung trifft er auf dem Weg zwei junge Frauen, die ebenfalls die Natur in diesem Nationalpark genießen.
00:02:28: Die Frauen sind zunächst skeptisch!
00:02:31: In dieser Einöde einen Mann zu treffen mag Megan und Kirsty komisch vorgekommen sein.
00:02:37: Die vier gehen ein Stück bevor sich die Wege wieder trennen.
00:02:42: Aaron setzt seine Kopfhörer auf und macht seine Lieblingsmusik an – eine Liveaufnahme eines Fischkonzerts Und geht weiter.
00:02:51: Es ist Viertel vor drei an diesem Samstag Nachmittag, als Ralston durch eine fast zwanzig Meter tiefe schulterbreite Schlucht klettert und an einen Vorsprung kommt.
00:03:03: Unterhalb steckt ein Lkw-Reifen großer Felsbrocken zwischen den Schluchtwänden und nochmal drei Meter weiter unten steckt Ein zweiter Brocken fest.
00:03:15: Aaron presst die Schultern an die eine, die Knie an die andere Wand.
00:03:20: Der Schlucht und klettert runter zum ersten Felsbrocken.
00:03:24: Er checkt mit seinem rechten Fuß ob der Stein auch hält.
00:03:29: Der Brocken scheint zu halten.
00:03:31: Aaron stellt sich drauf.
00:03:33: Wackelt ein bisschen aber okay.
00:03:36: Um jetzt zu dem zweiten Felsen zu gelangen rutscht er langsam über die Kante runter.
00:03:44: Füße voran auf dem Bauch, bis er an dem Stein hängt.
00:03:50: Der Brocken fängt zu wackeln an!
00:03:52: Ralston weiß sofort dass er in Gefahr ist.
00:03:56: Lässt los und landet auf dem unteren Brocken.
00:03:58: der obere Fels löst sich und fällt schnell hält Aaron die Hände schützend über seinen Kopf.
00:04:04: der Brocken rutscht ab prallt von der Schluchtwand ab zermalnt seine rechte Hand und quetscht den Arm am Handgelenk ein.
00:04:11: Der dreihundertsechzig kilo schwere Stein rutschen nochmal einen Meter ab.
00:04:15: Hand und Arm schaben an der Schlucht, und dann... Stille!
00:04:23: Völlig schockiert start Aaron auf seinen Arm.
00:04:26: Der in einem kleinen Spalt zwischen Stein- und Schluchtwand feststeckt.
00:04:32: Alles was Ralston rausbringt ist ein lautes Shit!
00:04:37: Erst jetzt fühlt er den unbeschreiblichen Schmerz.
00:04:42: Seine erste Reaktion?
00:04:43: Er zieht dreimal um den Arm raus zu bekommen bringt nichts.
00:04:50: Schnell kriegt die Angst in die Kenyanspalte und in den Kopf, er war kein Wanderer mehr!
00:04:57: Er war ein Gefangener.
00:04:59: Ralston denkt an Geschichten, in denen Menschen unglaubliche Kräfte entwickelten um aus Notsituationen rauszukommen.
00:05:07: Moderne sagen als Mütter ganze Autos hochgehoben haben um Kinder zu befreien.
00:05:12: solche Geschichten?
00:05:14: Er stemmt sich mit Füßen und seinem linken Arm gegen den Felsen, und drückt wie blöd mehrmals hintereinander.
00:05:23: Bringt nichts!
00:05:25: Kein Mensch weiß wo er ist.
00:05:28: Was dutzende Male gut gegangen war, sollte sich an diesem Samstag im April rächen.
00:05:35: Nicht seiner Familie, nicht seinen Freunden hat Aaron mitgeteilt, wo er wandern gehen wird.
00:05:42: Nach Hilfe rufen Vergiss es, in dieser Steinwüste hört dich keiner.
00:05:48: Hilfe von außen grenzt an ein Wunder!
00:05:52: Kirstie und Megan sind kilometerweit weg.
00:05:56: Ralston geht seine Möglichkeiten durch.
00:05:59: Ausgehend von dem was er dabei hat könnte er mit einem Multifunktionswerkzeug den Fels bearbeiten um frei zu kommen.
00:06:08: Mit den Seilen im Rucksack könnte er mit einem Zugsystem versuchen, den Brocken zu lupfen.
00:06:15: Als Extremsportler hat er einige Techniken drauf.
00:06:19: Später an diesem Tag denkt er an die Amputation des Armes.
00:06:24: Ach komm!
00:06:25: Hör auf, sagt der Verstand.
00:06:28: Relativ bald nach dem Unfall eine halbe Stunde vielleicht realisiert Ralston seine Lage komplett.
00:06:36: Es geht nicht um die Hand Es geht um sein Leben.
00:06:41: Er schlägt auf den Sandstein nahe am Handgelenk ein, bringt nichts!
00:06:47: Wieder und wieder checkt er den Stein ab, um irgendwo diese eine befreiende Idee zu finden.
00:06:55: Sein Daumen verfärbt sich schon leicht grau.
00:06:58: Der Arm wird mehr und mehr taub.
00:07:02: Dann muss es eben mit einem Seilsystem gehen – anheben, nur ein paar Zentimeter um die Hand rausziehen zu können.
00:07:15: Bringt nichts!
00:07:17: Nach vierzig Stunden in der Schlucht Aaron rechnete nach jeder vergangenen Stunde nach steht es zwei drei zu null für den Stein.
00:07:29: Die Nächte waren bitter kalt.
00:07:30: Kälte und Schmerzen lassen ihn nicht schlafen.
00:07:34: Damit ihm warm wird klopft er mit seinem Werkzeug auf dem Stein herum.
00:07:39: Vielleicht bricht ja doch mal ein größeres Stück heraus.
00:07:43: Tagsüber war es natürlich wärmer, trotzdem froher Aaron weil die Sonne den Grund der Schlucht nur kurz erwärmt.
00:07:51: Das Sonnenlicht aber gibt ihm neue Energie.
00:07:55: Wieder probierte er es mit seinem Seilsystem den Stein anzuheben.
00:07:59: wieder und wieder scheitert er Die Kraft dir aufwendet verliert sich in dem zulosen System Bringt nichts.
00:08:09: Hunger und Durst kommen jetzt zu Schmerzen, Wut Verzweiflung Müdigkeit Kälte Und Todesangst dazu.
00:08:19: Aaron denkt an die Grapefruits Die in seinem Auto liegen Denkt an den zwanzig Liter Wasserbehälter denen er gekauft hatte.
00:08:28: Der Überlebenskampf wird zuerst im Kopf gewonnen.
00:08:33: Seine spärlichen Wasservorräte rationiert er streng.
00:08:37: Als er kein Wasser mehr hatte, trank er seinen eigenen Urin.
00:08:41: Immer wieder führt er Buch.
00:08:43: Zitat ... Mit seiner Videokamera nimmt er Abschiedsgrüße an Familie und Freunde auf.
00:09:03: Er glaubte nicht zu überleben.
00:09:06: Zitat also ich liebe euch alle.
00:09:10: Lebt euer Leben in Friedenglück und voller Liebe, das würde mir eine Menge bedeuten!
00:09:16: Ich danke euch, ich liebe Euch.
00:09:19: Er betet Gott, ich bin es nochmal Aaron, ich brauche deine Hilfe immer noch.
00:09:27: In seinem Kopf bestimmt er, wer seinen Sarg tragen soll.
00:09:31: Aber eigentlich ist eine Feuerbestattung besser.
00:09:34: die Schlucht wird eh nicht viel übrig lassen von ihm.
00:09:38: Immer wieder geht der in diesen fünf Tagen seine Chancen und Möglichkeiten durch.
00:09:44: Irgendetwas habe ich doch übersehen.
00:09:46: Was kann ich noch probieren?
00:09:48: Plötzlich hat er eine Idee einen anderen Stein als Hammer zu nutzen Um den Türsteherbrocken zu zertrümmern oder eben ein Stück rauszubrechen, gedacht getan bringt nichts.
00:10:04: Seine Hand beginnt zu verwesen was er riechen kann auch die Insekten die mehr und mehr werden.
00:10:13: Ein anderer Gedanke kommt auf denen er aus Angst des öfteren beiseite geschoben hatte der aber sehr früh in seinem Kopf war Die Amputation seines Armes.
00:10:26: Laut, spricht er den Plan aus.
00:10:29: Du wirst dir den Arm abschneiden müssen, Aaron!
00:10:33: Alles in seinem geschwächten Körper bäumt sich gegen diesen Plan.
00:10:38: Er spreitet mit sich selbst – du hast nicht das Know-how?
00:10:42: Du hast nicht das Werkzeug dafür.
00:10:44: Wenn du dir den Arm amputierst, musst du aus der Schlucht raus... ...dann musst du dich zwanzig Meter abseilen und dann dreizehn Kilometer zurück zum Auto laufen.
00:10:53: Wie soll das gehen?
00:10:55: Aber du willst doch leben!
00:10:57: Oder
00:10:58: nicht?!
00:10:59: Du wirst dir den arm abschneiden müssen.
00:11:02: Aaron.
00:11:03: Ernsthaft über die Konsequenzen einer Amputation nachgedacht hat Aaron Ralston am zweiten Tag nach dem Unfall.
00:11:11: Da war die Angst davor aber noch zu groß.
00:11:15: Nach dem fünften Tag, war er so mürbe von Hunger, Durst, Kälte und Schmerzen – und dadurch bereit für den Schnitt!
00:11:25: Er trifft Vorbereitungen.
00:11:27: Alles was er dabei hat, breitet er vor sich aus und prüft ob er es für so eine Operation gebrauchen könnte.
00:11:34: Er baut sich ein Tourniquet zum Abbinden des Stumpfes wenn es denn getan ist.
00:11:41: Die Blutung muss ja gestoppt werden.
00:11:44: Sein Multitool ist stumpf, aber es wird das wichtigste Werkzeug für die Amputation!
00:11:49: Wir sprechen hier im Prinzip von einer Zange aus deren Schenkeln zwei Klingen und eine Pfeile ausgeklappt werden können.
00:11:59: Donnerstag, erster Mai, two-tausend drei.
00:12:03: Aaron Ralston ist psychisch und physisch am Ende Rettung tot.
00:12:10: Es ist ihm egal.
00:12:11: Ein letztes Aufbäumen, als ihm die Verwesung der Hand wirklich klar wird!
00:12:17: Er zieht und rüttelt und verbiegt den eingeklemmten Arm – er will ihn nicht mehr.
00:12:23: Und da hat er die Erleuchtung.
00:12:26: Wenn er sich den Arm bricht, kann er vielleicht doch den Arm amputieren.
00:12:32: Stunden-und Tage zuvor hat er diesen Gedanken verworfen Beim Anblick der stumpfen Klinge des Messers viel zu stumpf um einen Knochen zu durchtrennen.
00:12:42: Mit der Hebelwirkung des Felsens, der ihn auf die Schwelle des Todes gestellt hat bricht sich Ralston, Elle und Speiche.
00:12:51: in seinem Buch beschreibt er das Knacken als Schuss, der durch den Kenien halt.
00:12:57: kurz darauf es ist zehn Uhr zweiunddreißig fängt er an sich den Arm zu amputieren.
00:13:06: jetzt war er soweit Zitat?
00:13:11: Es tut weh, aber gleichzeitig versetzt mich der Gedanke das ich mich bald von der toten Hand befreit habe in Erregung.
00:13:19: Es ist nur noch eine Frage der Zeit!
00:13:24: Ich erspare uns die zahlreichen Einzelheiten seiner Beschreibungen nur so viel.
00:13:30: Zuerst durchtrennt er die Muskeln dann die Sehnen Atherien zuletzt.
00:13:35: Ralston schreibt, dass es anfangs gar nicht so stark blutet.
00:13:40: Er schreibt das er gar nicht aufhören konnte zu schneiden So groß war der Wunsch frei zu kommen.
00:13:47: Während er schneidet denkt er ans Krankenhaus und wie er da hinkommt.
00:13:52: Als er Nervenstränge durchtrennt zerreißt es ihn vor Schmerzen.
00:13:58: Rund eine Stunde hat die Prozedur gedauert.
00:14:01: Ralston spricht vom intensivsten Gefühl seines Lebens, als er wieder frei ist.
00:14:07: Einhundertundzwanzig Stunden lang war er mit dem Stein verschmolzen.
00:14:14: Der Weg zurück hat auch noch einige Herausforderungen für ihn parat.
00:14:19: der Blutverlust nahm zu.
00:14:21: die rechte Körperseite war von Hals bis Fuß blutdurchtränkt.
00:14:26: Er spricht von Engels Stimmen, die er hörte als er seinen unbändigen Durst an einer dreckigen Wasserpfütze löschte.
00:14:34: Dadurch aber kämpfte er mit Durchfall.
00:14:38: Schließlich konnte es nicht glauben dass er in dieser Steinwüste ein zweites Mal Menschen trifft stößt er auf eine niederländische Familie und von da an nahm die Rettung ihren Lauf.
00:14:52: Hubschrauber Krankenhaus weiterleben Von der Steinwüste in Utah hoch, In die Eiswüzte der Arktis.
00:15:07: Wir leben in einer verrückten Welt.
00:15:09: Konflikte und Kriege prägen unsere Zeit!
00:15:12: Als zwei Tausendzweiundzwanzig Russland in die Ukraine einmarschierte haben zwei andere Länder demonstrativ einen fünfzigjährigen Konflikt – einen Krieg friedlich beendet.
00:15:26: Vergess Panzer, Drohnen und Schützengräben In der Naresstraße, tief in der Arktis wurde über Jahrzehnte hinweg eine ganz andere Munition verschossen.
00:15:38: Stein des Anstoßes war ein Stein in dieser Eiswüste!
00:15:44: In dieser diplomatischen Slapstick-Einlage ging es um die Hansinsel – einen Ort, der so unbedeutend ist, dass man ihn auf den meisten Karten erst mit einer Lupe oder nach dem dritten Glas Whiskey findet.
00:16:01: Es ist das ultimative Paradebeispiel für First World Problems auf staatlicher Ebene, während der Rest der Welt um Ressourcen- oder strategische Mehrengen kämpft haben Kanada und Dänemark Unmengen an diplomatischer Energie in einen kargen Felsbrocken investiert, der genauer betrachtet gar nichts bietet.
00:16:28: Beeindruckende, eins Komma drei Quadrat Kilometer groß.
00:16:33: Etwa Hundert Achtzig Fußballfelder.
00:16:36: Exakt Tausend Einhundert Kilometer vom Nordpol entfernt.
00:16:41: Ein Trostloser Felsen im Meer.
00:16:44: Vegetation ist dort ein Fremdwort!
00:16:48: Ein Monatzahl Null.
00:16:51: Vielleicht sonst sich mal ein Eisbär.
00:16:53: auf dem Ötland Tartupaluk wird der Stein auf grönländisch genannt, was so viel wie nierenförmig heißt.
00:17:02: Strategischer Wert nahezu null!
00:17:05: Abgesehen von theoretischen Ölreserven die so tief unter dem Eis liegen dass das Anbohren derzeit eher ein Science-Fiction-Szenario ist.
00:17:16: Der Namensgeber dieses Niemands Landes war ein erfolgreicher Jäger Suersack Achtzehnhundertvierunddreißig bis Achtzenthundertneunundachtzig.
00:17:27: Der grönländische Inuk war unter dem Namen Hans Hendrik als Hundeführer und Guide für arktis Expeditionen eine Legende, den Expeditionsvertrag unterschrieb er immer mit Hans Charles Francis Hall unternahm Achtzenhundertseinundsiebzig eine Expedition und benannte den Stein nach seinem Hans der mal wieder als Guide arbeitete.
00:17:54: Die eigentliche Geburtsstunde des Konflikts schlug im Jahr dreiundsiebzig, im sterilen Licht der UN-Büros.
00:18:04: Dreiundsebzig wollten Dänemark und Kanada eigentlich für Ordnung sorgen.
00:18:10: Man unterzeichnete ein UN Abkommen um den Festlandsockel zu definieren – das Problem?
00:18:17: Die Diplomaten zogen eine maritime Grenzlinie durch den Kennedy-Kanal und blieben genau an der Hansinsel hängen.
00:18:27: Anstatt sich auf eine Seite zu einigen, zog man die Linie buchstäblich mitten durch den Felsen.
00:18:34: Man könnte fast meinen – die Herren hätten am Ende eines langen Arbeitstages einfach keine Lust mehr gehabt!
00:18:40: Die Insel wurde im Vertrag erst mal übergangen.
00:18:45: Kanada stufte das ganze damals von geringer Priorität ein.
00:18:49: Eine Fehleinschätzung, von historischem Ausmaß.
00:18:54: Elf Jahre lang herrschte arktisches Schweigen bis nineteenhundert vierundachtzig.
00:19:01: der erste Schuss in diesem Krieg viel und er kam direkt aus einer Flasche Whiskey.
00:19:13: Eine Einheit kanadischer Soldaten landet auf dem Felsen.
00:19:18: Hisst das rot-weiße Ahornblatt und, statt eine Garnison zu errichten, lassen sie eine Flasche Crown Royal Whisky dar mit einer Kriegserklärung Eigentum von Kanada.
00:19:32: Prost Die dänische Antwort war so prompt wie trocken.
00:19:38: Nur wenig später landete der dänische Minister für grönländische Angelegenheiten auf dem Eiland, Tom Höhjem, riss die kanadische Flagge aus dem Boden und ersetzte sie durch den Danebrook.
00:19:52: Dazu platzierte er eine Flasche dänischen Magenbitter und einen Notiz.
00:19:57: Willkommen auf der dänischen Insel!
00:20:01: Die Kanadische Regierung erhob Anspruch auf die Insel Weil man ja, von der Hudson Bay Company, Land abgekauft hatte.
00:20:13: Die Dänen argumentierten das die Hansinsel für die einheimische Bevölkerung von großer Bedeutung war – Stichwort Fischfang!
00:20:22: Sie betonten auch dass die Insel einen integralen Bestandteil des nahegelegenen grönländischen Territoriums bildete.
00:20:31: Wie wir wissen gehört Grönland zu Dänemark.
00:20:34: Was jedenfalls nach den ersten promillehaltigen Kampfhandlungen folgte, war ein Jahrzehnte dauerndes Ritual.
00:20:43: Auf der Insel landen Flaggetauschen Den Fusel der Gegenseite austrinken eigenen Stoff deponieren Ein Krieg der Alkoholiker.
00:20:55: Im Laufe der Jahre erreichte die Eskalation ungeahnte Höhen.
00:21:01: Man schickte keine Armeen sondern Außenminister.
00:21:05: Insgesamt mussten sich im Laufe der Zeit, sechsundzwanzig kanadische Außenminister mit dem eins Komma drei Quadrat Kilometer großen Stein befassen.
00:21:15: In den zweitausender Jahren verlegte man das Gefecht sogar ins Internet.
00:21:20: Wer damals nach der Hansinsel suchte stieß auf Google anzeigen in denen Kanada und Dänemark ihre jeweiligen Ansprüche untermauerten.
00:21:31: Das war auch die zeit als es mal gar nicht so lustig zuging in diesem Konflikt.
00:21:38: Die Arktis nämlich rückte in diesen Jahren strategisch in den Fokus, schmelzen des Eis, neue Schifffahrtsrouten, wachsende Ressourceninteressen.
00:21:50: Dänemark schickte im Jahr drei ein Kriegsschiff.
00:21:53: Kanada konterte zwei Tausend fünf mit der Militäroperation gefrorener Biber!
00:22:01: Schon am Namen erkennt man, dass es nicht ganz so ernst gemeint war.
00:22:05: Aber die Spannungen zwischen Kopenhagen und Otawa waren spürbarer.
00:22:11: Letztendlich aber wussten die NATO-Partner, worauf es ankommt.
00:22:16: Seite an Seite sicherten sie die Stabilität der gesamten Arktis gegen externe Bedrohungen!
00:22:23: Es war ein Streit unter besten Freunden, der so lange gepflegt wurde bis die Weltpolitik im Jahr-.
00:22:41: Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine und der gewaltsamen Verschiebung von Grenzen in Europa wollten Kanada-und Dänemark ein unmissverständliches Zeichen setzen.
00:22:53: Sie wollten beweisen, dass zivilisierte Demokratien territorial Streitigkeiten am Verhandlungstisch lösen – und nicht auf dem Schlachtfeld!
00:23:04: Das Ergebnis war so simpel wie pragmatisch….
00:23:08: Die Insel wurde geteilt.
00:23:11: Der natürliche Riss im Felsen ist die Grenze, damit hat Kanada jetzt plötzlich eine Landgrenze zu Europa via Grönland, Dänemark und Dänemark hat eine zweite Landgrenz neben Jena zu Deutschland.
00:23:29: der Whiskey Krieg war ohne Zweifel der zivilisierteste territorial Streit der Menschheitsgeschichte mit einer wichtigen Lektion.
00:23:38: Wenn man sich schon streiten muss, dann bitte so, dass am Ende beide Seiten mit einem Drink in der Hand nach Hause gehen.
00:23:51: Wir bleiben in der Jetztzeit!
00:23:54: Die letzte Geschichte in unserem Sommer spezial beginnt... ... und das war die Zeit als das Kochen- und Backen in ihr Leben kam.
00:24:11: Ihr Ehemann nämlich leitete eine Art Kirche.
00:24:15: Am Wochenende kamen Kinder zu Bibelstunden und sangen in Jugendkörn, Und weil die Kinder ja was essen mussten kochte Leonor für sie.
00:24:25: Die Koch- und Backrezepte ihrer Mutter waren gut aufgehoben bei ihr.
00:24:31: Oft blieb was übrig von den Kuchen und Keksen was Leonor dann mit in ihre Arbeit nahm und dort fielen ihre Kollegen wie die Hyänen über die Leckereien her.
00:24:44: «Leonore, du musst eine Bäckerei aufmachen!
00:24:47: So lecker!» bekam die gute warmherzige Frau oft zu hören.
00:24:54: Nicht jeder Kollege wird gewusst haben dass Leonor ein bewegtes Leben mit großen Entscheidungen führt.
00:25:01: geführt hatte Damals, nineteenhundertvierundsiebzig zum Beispiel.
00:25:06: Sie war siebzehn Jahre alt ein Teenager mit all den Träumen die man in diesem Alter haben kann Ein Teenager der Schwanger wurde.
00:25:18: Sie entschied sich das Kind zur Adoption freizugeben.
00:25:23: Die jahre zogen ins land.
00:25:25: Leonor lernte wie jeder andere auch Mitwunden zu leben.
00:25:30: Später brachte sie ja noch eine Tochter zur Welt, Rachel und arbeitete als Buchhalterin in Chicago.
00:25:53: tauft sie den kleinen Laden, der eine Oase in der Nachbarschaft darstellen soll.
00:25:59: Wo du hingehst und jeder deinen Namen kennt!
00:26:02: Wie es nun mal so ist?
00:26:04: Die Anfangsjahre waren hart.
00:26:06: So eine Geschäftsidee muss sich erst einmal rum sprechen.
00:26:10: Peu à peu kommt der Laden ins Rollen aber die Arbeit wird nicht weniger.
00:26:15: Zwölf bis vierzehn Stunden steht Lionore vierzehnt jahrelang im Laden.
00:26:21: Backt Kuchen Kekse und Pfannkuchen.
00:26:25: Ihre Spezialität?
00:26:26: Kartoffelchips-Kekse!
00:26:29: Wamar Hunter zum Beispiel, ein großer kräftiger Mann hat Gimmi Sam Sugar gleich für sich entdeckt als er nach South Shore einem Stadtteil von Chicago zog.
00:26:42: Wamar wurde schnell Stammkunde, speicherte sogar die Nummer von Gimmy Sam Sugar im Handy ein.
00:26:50: Der Laden hatte was aus seiner Sicht Hell und freundlich, R&B-Musik im Hintergrund nette Einrichtung.
00:26:58: Na!
00:26:58: Und die Pfannkuchen ein Gedicht.
00:27:02: Nicht verwunderlich dass sich Leonore & Wamar ein bisschen angefreundet haben.
00:27:08: logisch wenn der Kunde fast jeden Tag vorbeischaut.
00:27:11: Da war was zwischen den beiden.
00:27:14: Mit einer fast schon mütterlichen Fürsorge meinte Leonor hin und wieder, dass Wamar nicht so viel Zucker essen soll auf seine Gesundheit achten soll.
00:27:24: Wenn Wamar Leonor anlächelte fühlte die sich immer an ihren Bruder erinnert.
00:27:31: Vielleicht war es auch das was die Wipes der beiden ausmachte.
00:27:36: Und so wie Leonor hatte auch Wamar Hunter ein Geheimnis.
00:27:42: Wamar hatte es irgendwie nicht so leicht in der Kindheit.
00:27:45: Er fühlte sich immer fremd, als wenn er da nicht hinpasst – mit siebzehn wird er zum ersten Mal Vater!
00:27:53: Drei weitere Kinder von drei verschiedenen Müttern folgen ein Beleg dafür das einer seinen Weg sucht.
00:28:00: Wamar ist sein netter Typ, der einfach nicht den Boden unter den Füßen verlieren will.
00:28:06: Er isst fünfunddreißig, als ihm seine Mutter wissen lässt dass er adoptiert ist.
00:28:13: Seine Ahnungen, seine Gefühle bekamen die Projektionsfläche – jetzt hatte ihm das Leben das fehlende Puzzlestück hingelegt!
00:28:24: Das Verhältnis zur Adoptivmutter war all'die Jahre angespannt.
00:28:29: Eines Tages, März, twenty-twoundzwanzig hängt Marmar vor dem Fernseher ab.
00:28:36: Er sieht eine Sendung, die bei ihm Gedanken über seine Kindheit und Adoption auslöst.
00:28:43: Er sieht die Hotline einer Einrichtung des nationalen Zentrums für vermisste und missbrauchte Kinder.
00:28:51: ein Freund ermutigt ihn dort anzurufen weil er ja mehr über die Umstände seiner Adoptionen wissen wollte.
00:28:59: also machte er einen DNA Test eigentlich drei Tests.
00:29:04: Die ersten beiden hat er nicht abgeschickt, er traute sich nicht.
00:29:09: Die Ergebnisse des letzten DNA-Tests hat er auf eine Ahnenseite im Internet hochgeladen.
00:29:16: Eine Mitarbeiterin der Organisation stellte dann den Kontakt zu Familienforscherin Gabriela Vargas her – die Wamar Half, die Ergebnisse und Zusammenhänge zu lesen und zu entschlüsseln.
00:29:30: Warmar Hunter hatte nämlich einen starken Treffer.
00:29:34: Vargas benötigte nicht lang, die biologische Mutter von Hunter ausfindig zu machen.
00:29:40: Die Familienforscherin rief die Frau an und hinterließt den Nummer von Warmar.
00:29:46: Der telefonierte gerade mit seinem Freund als ein anderer Anruf anklopfte.
00:29:53: Völlig überrascht sah er das Jimmy'sham Sugar-Anrief!
00:29:57: Er hatte ja die Nummer gespeichert.
00:30:00: Ist dort Wamar Hunter?
00:30:02: fragt eine Stimme.
00:30:03: Wamar sagt Ja und ist immer noch stutzig, warum die Bäckerei anruft.
00:30:10: Lindsay wusste nicht das sie bei ihrem Stammkunden anrufte.
00:30:15: Es dauerte bis beide wussten wer da am anderen Ende der Leitung spricht Und dann meinte Leonor Lindsay dass sie seine leibliche Mutter ist.
00:30:27: Es wurde nur noch laut in der Leitung, beide schrien vor Glück!
00:30:32: Jahrzehnte waren Sie getrennt und lebten doch jahrelang in der gleichen Nachbarschaft – vielleicht eine Meile voneinander entfernt?
00:30:42: Leonor Lindsay, die gute Beckersfrau findet mit siebenundsechzig ihren fünftigjährigen Sohn dessen Lächeln ihr bekannt vorkam der immer bei ihr Pfannkuchen und andere Leckereien kaufte.
00:30:57: Leonor hat ihren jungen schweren Herzens neunzehnthundertvierundsiebzig weggegeben weil die Familie eine schwere Zeit durchmachte.
00:31:06: alles was sie noch vom Tag der Geburt weiß ist dass das Kind in einem Bettchen hinausgerollt wurde und Linzi die vielen schwarzen Haare sah.
00:31:17: Mehr nicht!
00:31:18: Im Arm halten wollte sie den Jungen damals nicht, das wäre zu viel gewesen für den Teenager – dann hätte sie es wohl nie übers Herz gebracht, dem Jungen wegzugeben.
00:31:29: Ihre Mutter meinte noch im Kreißsaal wie hübsch der Junge war ….
00:31:33: Und siehe da….
00:31:34: seit zwei tausend zwanzig sind sie wieder zusammen.
00:31:39: Als Mutter und Sohn zueinander fanden, kämpfte Leonor gegen Brustkrebs.
00:31:45: Sie überlegte den Laden zu schließen, weil vor der letzten Chemotherapie auch noch ein Schlaganfall dazu kam – es ging ihr nicht gut!
00:31:55: Und jetzt noch der verlorene Sohn?
00:31:58: Eigentlich war ja alles zu viel….
00:32:00: Wamar hegte keinen Grollt das er zur Adoption freigegeben wurde …und sprang neben seinem Job immer wieder im Laden ein, wenn es seiner Mutter nicht gut ging.
00:32:12: Bis er schließlich den Kundendienst-Mitarbeiterjob bei einem Logistikunternehmen komplett hingeschmissen hat und Jimmy Sam Sugar übernahm.
00:32:23: Wamar hatte vorher noch nie einen Kuchen gebacken aber er hat es gelernt von seiner Mutter!
00:32:30: Und jetzt das Happy End vom Happy End.
00:32:34: Leonor hat den Krebs letztendlich besiegt.
00:32:37: Und heute stehen Mutter und Sohn hin- und wieder zusammen in der Küche... ...und backen Kartoffelchips Kekse!
00:32:52: Hey, ich wünsche euch einen schönen Sommer!
00:32:55: Genießt die Zeit.
00:32:56: wir hören uns wieder am sechsohnzwanzigsten August mit dem deutschen Politthriller schlechthin.
00:33:04: Ich sag nur Owe Barsche recherchiert, erzählt und produziert von Armin Gro.
00:33:38: Ein Original-Podcast von RegioCast, deutsches Radiounternehmen.
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